Internationale Sommeruniversität 2007 der COMECE im Bildungshaus Schloss Seggau bei Graz

„Europäische Kulturen. Die Herausforderung von Vielfalt und Einheit“

| 742 klicks

GRAZ, 25. Juni 2007 (ZENIT.org).- Am 30. Juni beginnt die achte Sommeruniversität der Kommission der Bischofskonferenzen des EU-Raums (COMECE). Seit 2006 wird sie in Partnerschaft mit der Karl-Franzens-Universität Graz und der Diözese Graz-Seckau betrieben. 80 Studierende aus 30 Nationen werden bis zum 14. Juli im Bildungshaus Schloss Seggau bei Graz an verschiedenen Vorlesungen und insgesamt sechs Seminaren teilnehmen.



Bei der Vorstellung des Programms erklärte der Grazer Diözesanbischof Egon Kapellari, dass ihm als Vertreter Österreichs in der COMECE „das Engagement der Kirche für ein friedliches Europa ein großes Anliegen“ sei. Seggau biete sich als „südosteuropäische Adresse“ geradezu an. Von vielen jungen Menschen werde diese Adresse – so die Erfahrungen der ersten „Summer School“ im Jahr 2006 – „mit Enthusiasmus“ angenommen.

Zum Thema der diesjährigen Sommeruniversität: „Europäische Kulturen. Die Herausforderung von Vielfalt und Einheit“, bemerkte der Grazer Soziologe Professor Manfred Priesching, der für die Hauptvorlesung verantwortlich ist, die Diversität Europas sei zugleich die Stärke und die Schwäche des Kontinents: „Stärke, weil die besondere europäische Dynamik und Innovativität wohl in kulturellen Verschiedenheiten wurzelt, die auf einem relativ kleinen Territorium konzentriert sind; Schwäche, weil es schwierig ist, eine friedliche Gesellschaft zu gestalten, die aus derart verschiedenen Völkern und Gruppierungen besteht“. Ein harmonisches Europa sei nicht als sicheres Ergebnis einer quasi evolutionären Entwicklung erwartbar, sondern eine „historische Unwahrscheinlichkeit“, so Priesching. Ein vereintes Europa sei „kein Produkt, das die Geschichte zollfrei ins Haus liefern wird“, sondern ein komplexes Modell, das mit Ausdauer und Elan erarbeitet werden müsse.

Die 14-tägige Sommeruniversität mit Campuscharakter bietet zwei Vorlesungsreihen und sechs verschiedene Seminarmodule an. Die Teilnahme kann den Studierenden an ihren Heimatuniversitäten in Form von Punkten, wie sie dem „European Credit Transfer System“ entsprechen, angerechnet werden. Neben dem Vorlesungen gibt es auch ein kulturelles Rahmenprogramm.