Internationale Tagung zu adulten Stammzellen: die Wissenschaft und die Zukunft des Menschen und der Kultur

„Für eine Kultur, die auf hohen Werten gründet“

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VATIKANSTADT, Freitag, 17. Juni 2011 (Zenit.org). - Am gestrigen Donnerstag wurde auf einer Pressekonferenz des Heiligen Stuhls eine „Internationale Tagung zu adulten Stammzellen: die Wissenschaft und die Zukunft des Menschen und der Kultur“ angekündigt, die vom 9. bis 11. November in der „Neuen Synodenhalle“ des Vatikans abgehalten werden wird. Die Tagung wird von der Sektion „Wissenschaft und Glaube“ des Päpstlichen Rates für Kultur organisiert. Auf der Pressekonferenz sprachen Seine Eminenz Kardinal Gianfranco Ravasi, der Präsident des Päpstlichen Rates für Kultur, Hochwürden Tomasz Trafny, der Leiter der Sektion „Wissenschaft und Glaube“ des Päpstlichen Rates für Kultur, und Frau Dr. Robin Smith, die Leiterin des biopharmazeutischen Unternehmens „NeoStem Inc. (USA)".

Der Leiter der Abteilung „Wissenschaft und Glaube“, Tomasz Trafny, wies zunächst darauf hin, dass der Päpstliche Rat für Kultur gemäß seinem Auftrag seit Jahren darum bemüht sei, einen Dialog zwischen den Natur- und den Humanwissenschaften, insbesondere der Philosophie und der Theologie, zu fördern. In diesem speziellen Bereich möchte der Päpstliche Rat insbesondere „die mittel- und langfristigen kulturellen Auswirkungen der Erforschung adulter Stammzellen und der regenerativen Medizin“ untersuchen. Trafny ist davon überzeugt, dass die regenerative Medizin in Zukunft nicht nur bei der Bekämpfung von Krankheiten, sondern auch für „die Wahrnehmung des Menschen im weiten kulturellen Kontext, der großen Veränderungen unterworfen ist“, eine wichtige Rolle spielen wird.

Die Medizin werde großen Einfluss auf die Kultur ausüben, denn sie sei dem Menschen nahe und zugleich mit vielen wichtigen Bereichen der Kultur verbunden. Ihre vielen, technologisch hochentwickelten Apparate „werfen wichtige existentielle Fragen auf, die einer größeren Reflexion bedürfen“. 

Im Anschluss daran erklärte Trafny, wie es zu einer Zusammenarbeit des Päpstlichen Rates mit dem biopharmazeutischen Unternehmen NeoStem gekommen ist. Er sprach von einem Konsens der ethischen Werte, vor allem im Bereich des Schutzes des menschlichen Lebens in allen Stadien. Zudem gibt es nach Trafny ein gemeinsames Interesse, die kulturellen Auswirkungen der Erforschung der adulten Stammzellen zu untersuchen. „Heute ist es wirklich nicht selbstverständlich, dass ein biopharmazeutisches Unternehmen eine große Sensibilität für den Schutz des Lebens in seiner Gesamtheit hat, während es gleichzeitig an einer kulturellen Untersuchung interessiert ist“, sagte der Sektionsleiter. „Natürlich ist unsere Zusammenarbeit offen für andere Institutionen, die die gleichen Werte teilen“, ergänzte er.

Ein erster, wichtiger Schritt der Zusammenarbeit sei die angekündigte, internationale Tagung über adulte Stammzellen, an der auch der Päpstliche Rat für die Pastoral der Gesundheit und die Päpstliche Akademie für das Leben teilnehmen werde. Die Tagung solle auf allgemein verständliche Weise über den Forschungsstand über adulte Stammzellen und die klinischen Anwendungsmöglichkeiten informieren. Außerdem  solle über mögliche Probleme des Zusammenwirkens von wissenschaftlicher Forschung und Kultur diskutiert werden, weil sie die Zukunft der Menschen entscheidend beeinflussen könnten. Zur Konferenz eingeladen werden sollen daher vor allem die Bischöfe, die beim Heiligen Stuhl akkreditierten Botschafter, die Gesundheitsminister der Länder, die „opinion leaders“ und die Medien.

Als mögliche, gemeinsame Projekte nannte er die Förderung von Studenten der Päpstlichen Universitäten und anderer katholischer Bildungseinrichtungen, die sich mit der Beziehung zwischen Natur- und Humanwissenschaften in Form von interdisziplinären Studien beschäftigten. Außerdem wolle man ein breites Publikum, vor allem unter den Christen, erreichen, um ihnen „einige komplexe Probleme, die sich entweder durch die Wissenschaft oder durch die Philosophie und Theologie stellten“ in einer „klaren und verständlichen Darstellung“ zu erläutern. Der Leiter der Sektion „Wissenschaft und Glaube“ erhofft sich so,  Menschen zu erreichen, die darüber hinaus bereit sind, an kurzen Ausbildungslehrgängen auf Diözesanebene teilzunehmen.

Am Ende seiner Ansprache bekräftigte Trafny den Wunsch nach einem intensiven Dialog und einer vielseitigen Zusammenarbeit der Institutionen, um die gegenseitige Annäherung von Wissenschaft und Religion zu fördern, „für eine Kultur der Zukunft, die auf hohen Werten gründet“. (eo)