Internationaler Tag der Menschen mit Behinderung

Weihbischof Georgens (Speyer): "Gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglichen"

Bonn, (DBK PM) | 326 klicks

Anlässlich des Internationalen Tages der Menschen mit Behinderung (3. Dezember 2013) ruft Weihbischof Otto Georgens (Speyer), der Beauftragte der Deutschen Bischofskonferenz für Menschen mit Behinderung, zum verstärkten Einsatz auf, jedem Menschen uneingeschränkt und gleichberechtigt die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. „Der internationale Tag steht in diesem Jahr unter dem Motto ‚Nur mit uns‘. Dieses Wort spricht alle an. Die uneingeschränkte und gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen ist ein Menschenrecht, das durch die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen eingefordert wird“, so Weihbischof Georgens. „Neben den politischen Bemühungen möchte ich heute jeden ermutigen, sich den Herausforderungen zu stellen und an einer Gesellschaft mitzuwirken, an der alle Menschen gleichberechtigt und in gleichem Maße teilhaben können, denn wir alle sind von Gott getragen.“ 

Innerhalb der Kirche bietet dazu die Chance ein ungewöhnlicher Kirchenführer, der speziell für Menschen mit und ohne Behinderung geschrieben wurde. „Vom Rand die Mitte sehen“ ist der Titel des Kirchenraumführers, der von Christoph Beuers und Jochen Straub herausgegeben wird und jetzt im Verlag Butzon & Bercker erschienen ist. In dem Buch werden Elemente beschrieben, die der Kirchenbesucher findet: Altar, Kreuz, Tabernakel und vieles mehr. Dabei beleuchten die Autoren verschiedene Blickwinkel im Kirchenraum und machen so den Ort des liturgischen Handelns erlebbar und verstehbar. Weihbischof Georgens würdigt das Buch als wertvollen Beitrag zur Inklusion. „Die unterschiedlichen Blickrichtungen des Kirchenraumführers geben die Möglichkeit, sich nicht nur dem Kirchenbau zu nähern, sondern auch seiner liturgischen Bedeutung.“ Er sei mit seinen zahlreichen anschaulichen Bildern, erläuternden Texten und Gebeten auch eine Arbeitshilfe bei der Einführung in das gottesdienstliche Geschehen: „In leicht verständlichen Texten geben die Autoren Antworten auf die Fragen behinderter, aber auch nicht behinderter Menschen zu den Gegenständen und Symbolen im Gotteshaus. In Sprache, Bildern, Liedern und Gestaltungsvorschlägen nehmen sie dabei überzeugend den Blickwinkel von Menschen mit Behinderungen ein und machen ihn für die eigenen theologischen Überlegungen fruchtbar“, so Weihbischof Georgens. 

Erst vor wenigen Wochen hatte Papst Franziskus am 10. November 2013 kranke und behinderte Menschen bei einer Begegnung im Vatikan empfangen und sie in ihrem Schicksal ermutigt: „Liebe kranke Brüder und Schwestern, betrachtet euch nicht nur als Objekt der Solidarität und der Nächstenliebe, sondern fühlt euch ganz eingebunden in das Leben und die Sendung der Kirche. Ihr habt euren Platz, eure besondere Rolle in der Pfarrgemeinde und in jedem kirchlichen Umfeld. Eure stille Anwesenheit, die jedoch beredter ist als viele Worte, euer Gebet, das tägliche Darbringen eures Leidens in Vereinigung mit den Leiden des gekreuzigten Christus für das Heil der Welt, die geduldige und auch freudige Annahme eures Zustands sind eine geistliche Ressource, ein Schatz für jede christliche Gemeinschaft. Schämt euch nicht, ein kostbarer Schatz der Kirche zu sein“, so Papst Franziskus.