Internationales Familienzentrum in Nazareth

Einrichtung wird in weniger als drei Jahren fertig

Rom, (ZENIT.org) Luca Marcolivio | 425 klicks

Eine der vielen glücklichen Intuitionen des sel. Johannes Paul II. wird Wirklichkeit. Am 5. Oktober 1997 drückte der damalige Papst anlässlich des Weltfamilientages in Rio de Janeiro den Wunsch aus, ein Internationales Familienzentrum in Nazareth einzurichten.

Das 12-Millionen-Euro-Projekt, an dem die Bauarbeiten diese Woche begonnen haben, wird innerhalb der nächsten zweieinhalb Jahre fertiggestellt werden. Dies hat Salvatore Martinez, der nationale Präsident der Bewegung „Rinnovamento nello Spirito Santo“ („Erneuerung im Heiligen Geistes“), der das Projekt anvertraut wurde, im Verlauf einer Pressekonferenz im Vatikan mitgeteilt.

Die Entstehungsgeschichte illustrierte Msgr. Vincenzo Paglia, der Präsident des Päpstlichen Rates für die Familie. Sie beginnt im Jahre 1997 während des Weltfamilientages in Rio de Janeiro, als der sel. Johannes Paul II. eine Ikone weihte, die der Heiligen Familie in Nazareth gewidmet ist. Sie wurde dem Patriarchen von Jerusalem, Msgr. Michel Sabbah überreicht wie auch dem Bischof von Nazareth, Msgr. Giacinto-Boulos Marcuzzo. Diese Ikone war für ein Familienzentrum bestimmt.

Für ein Jahrzehnt wurde das Fortschreiten der Arbeit an diesem Projekt verzögert, zu Beginn durch die verhängnisvolle „Intifada“ im Heiligen Land, dann durch die Krankheit und den darauffolgenden Tod von Johannes Paul II. Einen neuen Impuls für das Projekt gab Benedikt XVI. im Jahre 2009 bei der Vigil der Pastoralreise ins Heilige Land. Mit Ennio Antonelli, dem damaligen Präsidenten des Päpstlichen Rates für die Familie, entschied er, das Projekt der Bewegung „Rinnovamento nello Spirito Santo“ anzuvertrauen. Im Anschluss daran wurde eine Vatikanische Stiftung ins Leben gerufen, das „Centro Internazionale Famiglia di Nazareth“, die am 15. Oktober 2012 eingerichtet wurde. Der Präsident der Stiftung ist Salvatore Martinez. Sie hat ihren Sitz in Rom in den Räumen des Päpstlichen Rates für die Familie.

Durch die finanzielle Unterstützung dieser Stiftung kann nun das Zentrum in Nazareth errichtet werden. Es soll verschiedene Funktionen erfüllen: als Ort der Spiritualität der Familie, Familienmitglieder für die Neuevangelisierung ausbilden, Studienzentrum und Familien mit Schwierigkeiten im Heiligen Land zur Seite zu stehen.

Das Gebäude soll auf einem Hügel gebaut werden, der über die bewohnte Innenstadt herausragt und nahe der Basilika der Verkündigung liegt, vor dem Panorama des Berges Tabor und des Berges Karmel. Der Plan sieht eine bebaute Fläche von einem Hektar vor mit einem Auditorium mit 500 Sitzplätzen, ein Diözesanseelsorge-Zenttrum, Konferenz-und Arbeitsräume, eine Kirche mit 500 Sitzplätzen, Unterkunft für die Wohnanlage, ein Hotel mit 100 Zimmern und einem Restaurant, das für die Unterbringung von Familien geeignet ist , mit Spielzimmer und Outdoor-Unterhaltung für Kinder, Parkplätze und Freizeiteinrichtungen.

Martinez äußerte den Wunsch, dass das „Haus des Papstes im Heiligen Land“ eine geistliche Oase für Familien aus der ganzen Welt“ werde, „ein Zeichen der konkreten Nähe zu Familien des Mittleren Ostens, die eine lebendige Erinnerung an die Wurzeln des Christentums sind.“

Msgr. Giacinto-Boulos Marcuzzo, lateinischer Weihbishof von Jerusalem und Patriarch-Vikar von Nazareth, unterstrich auch die ökumenische Dimension des Projektes  und die Rolle der Familie als Eckstein des Friedens. Die Familie sei die Grundlage der Gesellschaft, und ihr Wert sei unermesslich.