Internationales Friedenstreffen in München

Initiative der Gemeinschaft Sant’Egidio gemeinsam mit der Erzdiözese München

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MÜNCHEN, 2. September 2011 (ZENIT.org). - Zehn Jahre nach den Terroranschlägen auf die Zwillingstürme in New York am 11. September werden sich die Führer aller großen Religionen der Welt in München (Bayern) um 14.46 Uhr auf dem  Marstallplatz versammeln. Der Zeitpunkt entspricht 8.46 Uhr New Yorker Zeit, zu der die Attentate stattgefunden hatten; es wird eine Video-Schaltung zum Ground Zero geben.

Es handelt sich um die Eröffnungsveranstaltung des Welttreffens „Bound to Live Together. Religions and Cultures in Dialogue“ („Zusammen leben - Unsere Bestimmung. Religionen und Kulturen im Dialog“), die auf Initiative der Gemeinschaft Sant'Egidio und der Erzdiözese München und Freising vom 11. bis 13. September in München (Bayern) stattfinden wird. An der Feier wird auch der deutsche Bundespräsident Christian Wulff teilnehmen.

„Ein Ort, der einen Kreuzweg europäischer Geschichte symbolisiert“, das ist für die Organisatoren München, wo das Treffen stattfinden wird.

Es ist ebenso eine Vorbereitung auf das Treffen in Assisi im nächsten Oktober, wo Papst Benedikt XVI. mit Führern der großen Weltreligionen zusammentreffen wird.

1986, vor 25 Jahren, hatte erstmalig dieses Friedensgebet auf Anregung des seligen Johannes Paul II. in Assisi stattgefunden. Es soll an die Bedeutung des friedlichen Zusammenlebens von Menschen aller Religionen erinnern.

In der Ankündigung der Veranstaltung heißt es:

Der Geist von Assisi kommt nach München", so Kardinal Reinhard Marx, der Erzbischof der Stadt, am 7. Juli in München bei einer Pressekonferenz gemeinsam mit den Vertretern der Gemeinschaft Sant'Egidio an. Sant'Egidio initiierte in den letzten 25 Jahren seit dem Weltgebetstag für den Frieden in Assisi 1986 jährlich Treffen zur Förderung des Dialogs und der Zusammenarbeit zwischen Oberhäuptern der christlichen Konfessionen und der großen Weltreligionen und griff damit das Erbe dieses historischen Ereignisses auf.

Am Treffen im September werden religiöse und politische Vertreter aus ungefähr 60 Ländern teilnehmen.

Die deutschen Autoritäten in Bayern und der Bundesregierung haben das Treffen mit großer Offenheit aufgenommen. Es wird von Bundespräsident Christian Wulff am 11. September und damit genau zehn Jahre nach der Tragödie von New York und Washington eröffnet. Bundeskanzlerin Angela Merkel wird bei einer Plenumsveranstaltung am 12. September das Wort ergreifen, und zahlreiche Minister nehmen an Veranstaltungen der Tagung teil.

Eine große Zahl von Religionsoberhäuptern wird beim Treffen vertreten sein.

Kardinäle und Bischöfe der Katholischen Kirche (aus Deutschland der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch und viele andere; vom Heiligen Stuhl Kardinal Kurt Koch, Kardinal Roger Etchegaray; aus verschiedenen europäischen Städten Kardinal Crescenzio Sepe (Neapel), Kardinal Philippe Barbarin (Lyon), Kardinal Péter Erdö (Budapest) und Kardinal Lluís Martinez Sistach (Barcelona).

Hochrangige Vertreter aus den evangelischen und reformierten Kirchen der Welt und Deutschlands sind vertreten (u. a. der Ratsvorsitzende der EKD Präses Nikolaus Schneider, Landesbischof Johannes Friedrich).

Die orthodoxen und orientalischen Kirchenentsenden zahlreiche Vertreter auch auf höchstem Niveau: Seine Seligkeit Daniel, Patriarch der Orthodoxen Kirche von Rumänien; Erzbischof Chrysostomos II., Primas der Kirche von Zypern, Patriarch Paulos, Orthodoxe Kirche von Äthiopien, und Patriarch Aram I. der Armenier von Zilizien. Die russisch-orthodoxe Kirche ist mit einer großen Delegation unter der Führung von Seiner Eminenz Filaret, dem Metropoliten von Minsk und Exarch von Weißrussland vertreten.

Die großen und hochrangig besetzten Delegationen aus Judentum und Islam sind ein Zeichen für ein wichtiges Engagement auf dem Feld des Dialogs.  Zu den wichtigsten Vertretern gehören der Oberrabbiner von Israel, Yona Metzger, der römische Oberrabbiner Riccardo di Segni, der Rabbiner von Köln, Jaron Engelmeyer, der Oberrabbiner der Russischen Föderation, Berl Lazar, und der Oberrabbiner der Türkei, Isak Haleve.

Aus dem Islam kommen Mohammed Rifaah al-Tahtawi, Member of the Egyptian Council of Foreign Affairs; der Präsident des Islamzentrums von Neu Delhi, Wahiduddin Khan, der Präsident der größten islamischen Organisation Indonesiens und der Welt, der Nahdlatul Ulama, Said Aqil Siroj. Zudem sei auf die Anwesenheit von Mustafa Ceric, des Großmuftis von Sarajewo, und von Mustafa Cagrici, des Großmuftis von Istanbul, hingewiesen.

Es werden auch Vertreter aus dem Buddhismus Japans, Sri Lankas und Kambodschas, Vertreter der alten indischen Religionen, aus dem Jainismus und dem Parzismus, von traditionellen Religionen und auch aus dem Schintoismus anwesend sein.

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