Internationales Treffen zu Lebensqualität und Gesundheitsethik im Vatikan

11. Vollversammlung der Päpstlichen Akademie für das Leben

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ROM, 4. Februar 2005 (ZENIT.org).- Zehn Jahre nach der Veröffentlichung von "Evangelium vitae", der Enzyklika über den Wert und die Unantastbarkeit des menschlichen Lebens, ist die Verkündigung einer solchen ”Frohbotschaft des Lebens“ nötiger denn je zuvor. Auch zum Themenkreis des päpstlichen Schreibens gehören die stets aktuellen Fragen zur “Lebensqualität”, denen sich internationale Experten anlässlich der 11. Vollversammlung der Päpstlichen Akademie für das Leben (PAV) widmen werden. Das Treffen wird vom 21. bis 23. Februar in Rom abgehalten.



Das Jahrestreffen der Päpstlichen Akademie für das Leben im Vatikan steht ganz im Zeichen von “Lebensqualität und Gesundheitsethik”. In den jeweiligen Sitzungen, Debatten und Arbeitsgruppen wird es auch um die Verkündigung des “Evangelium des Lebens” gehen.

Die Beratungen drehen sich somit besonders um jene Stelle von "Evangelium vitae", in denen Johannes Paul II. jene Aspekte im menschlichen Leben anspricht, die zur wahren Erfüllung führen und somit wirkliche Lebensqualität bringen können. Dass das ohne Gott ein Ding der Unmöglichkeit ist, erklärt er ebenso: "Wenn der Mensch wirklich lebt, 'als ob es Gott nicht gäbe', so kommt ihm nicht nur der Sinn für das Geheimnis Gottes, sondern auch für das Geheimnis der Welt und seines eigenen Seins abhanden.

Die Verfinsterung des Sinnes für Gott und den Menschen führt unvermeidlich zum 'praktischen Materialismus', in dem der Individualismus, der Utilitarismus und der Hedonismus gedeihen. Auf diese Weise werden die Werte des 'Seins' durch jene des 'Habens' ersetzt. Das einzige Ziel, auf das es ankommt, ist die Erlangung des eigenen materiellen Wohlergehens. Die so genannte 'Lebensqualität' wird vorwiegend oder ausschließlich als wirtschaftliche Leistung, hemmungsloser Konsumismus, Schönheit und Genuss des physischen Lebens ausgelegt, wobei die tiefer reichenden — beziehungsmäßigen, geistigen und religiösen — Dimensionen des Daseins in Vergessenheit geraten." (Evangelium vitae, 22-23).

Um verzerrte Interpretationen zu vermeiden, habe der Papst in seiner eben zitierten Enzyklika auch Folgendes geschrieben, heißt es in einer Pressemeldung der Päpstlichen Akademie für das Leben (PAV): “Man muss das 'Evangelium vom Leben' zum Herzen jedes Mannes und jeder Frau gelangen lassen und es in die verborgensten Winkel der ganzen Gesellschaft einführen. Es geht darum, zunächst 'die Mitte' dieses Evangeliums zu verkünden" (80-81).

Nach einem Eröffnungsgottesdienst unter der Leitung von Kardinal Javier Lozano Barragán wird Msgr. Ignacio Carrasco de Paula, Kanzler der PAV und Professor für Bioethik an der medizinischen Fakultät der katholischen Universität Santa Croce in Rom, die erste Sitzung moderieren. Pater Maurizio Faggioni, außerordentlicher Professor für Bioethik an der römischen Accademia Alfonsiana (Rom), soll zum Thema “Lebensqualität und Gesundheit im Licht der christlichen Anthropologie” sprechen, Dr. Jean-Marie Le Méné, Vorsitzender der Jerôme Lejeune-Stiftung in Paris, über "Gesundheitsethik und Weltgesundheit“. Msgr. Michel Schooyans, Professor Emeritus für Philosophie an der Universität Löwen (Belgien), hält einen Vortrag über “Reproduktive Gesundheit" bzw. "Demographiepolitik”.

Die zweite Session am 21. Februar moderiert Wolfgang Waldstein, Professor Emeritus für Kirchenrecht an der Universität Salzburg und ehemaliger Professor für Allgemeines Recht an der Päpstlichen Lateranuniversität. Zu Wort kommen werden unter anderem Alfonso Gómez-Lobo, Professor für Metaphysik und Moralphilosophie und Inhaber des "Ryan"-Lehrstuhls an der Georgetown University, zum Thema "Licht- und Schattenseiten des Begriffs 'Lebensqualität'", Stefano Zamagni, ordentlicher Professor für Wirtschaftspolitik an der Universität von Bologna und "Ausilfsprofessor" an der Johns Hopkins University, über "Das Gerechtigkeitsprinzip und das Recht auf Heilung", sowie Markus Hengstschläger, Professor für Genetische Medizin an der Medizinischen Universität Wien, zum Thema "Das Medikament als Medizin, Handelsprodukt und Konsumgut".

Abschließend wird über mögliche Themen für die im Jahr 2006 fällige Vollversammlung beratschlagt. Die Schlussergebnisse der diesjährigen Vollversammlung werden am 23. Februar präsentiert werden.

Gemäß seinem Motu proprio "Vitae Mysterium” vom 11. Februar 1994 hat Papst Johannes Paul II. die Päpstliche Akademie für das Leben zum Studium aller für die Verteidigung des menschlichen Lebens relevanter Themen eingerichtet, speziell im Bereich Biomedizin und Recht. Weitere Aufgabe der Akademie ist die Weitergabe der gewonnenen Erkenntnisse, zu Informations- und Ausbildungszwecken. Besonderes Augenmerk wird auf die christliche Moral und die Lehre der Kirche gelegt.

Weitere Informationen über die PAV und ihre 11. Vollversammlung unter www.academiavita.org.