Internet-Streifzug durch das vatikanische Geheimarchiv

Dokumente von unschätzbarem historischen Wert können eingesehen werden

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ROM, 11. Januar 2006 (ZENIT.org).- Das vatikanische Geheimarchiv, das bedeutendste historische Forschungszentrum der Welt, kann ab sofort auch im Internet besucht werden.



Neben einem virtuelle Besuch der prachtvollen, mit Fresken überzogenen Säle des Archivs erhält man Einsicht in uralte Dokumente, etwa in das Absolutionsdekret von Papst Clemens an die Oberen des Templerordens (17. bis 20. August 1308), das handschriftliche Manuskript eines gewissen Miguel Angelo Buonarroti an den damaligen Bischof von Cesena (Januar 1550) oder die Prozessakten des Falls Galileo Galilei (1616-1633).

Jener Teil des Archivbestands, der dem Internetbesucher zugänglich gemacht worden ist, kann über die offizielle Homepage des Heiligen Stuhls unter der Rubrik \"Focus\" gesichtet werden. Damit steht der Forschung der Weg zu vielen Dokumenten offen, die in entscheidendem Maße die Geschichte der christlichen Kultur und der unterschiedlichsten Länder mitgeprägt haben.

Zurzeit werden im vatikanischen Geheimarchiv mehr als 630 verschiedene Archivbestände aufbewahrt, die einen Zeitraum von mehr als 800 Jahren dokumentieren. Der älteste Text stammt aus dem achten Jahrhundert, mit einer fortlaufenden Archivierung von Dokumenten, ohne jede Unterbrechung, wurde im Jahr 1198 begonnen.

Das vatikanische Geheimarchiv steht vor allem den Päpsten und den Mitarbeitern des Heiligen Stuhls zu Verfügung, wie es in einem \"Motu Proprio\" von Papst Leo XIII. am 10. Mai 1884 verfügt wurde. Er selbst hatte es noch drei Jahre vor diesem Schreiben für die historische Forschung geöffnet und es so \"zu einem der bedeutendsten Forschungszentren der Welt\" gemacht, wie auf der angeführten Webseite des Heiligen Stuhls erklärt wird.