Interreligiöses Dialogkomitee zwischen Vatikan und Irak

Erneute Gespräche beim Päpstlichen Rat für den interreligiösen Dialog in Rom

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 381 klicks

Aus einer Presseerklärung des Päpstlichen Rates für den Interreligiösen Dialog vom Dienstag geht hervor, dass der Vatikan ein interreligiöses Dialogkomitee für den Irak anstrebt. Der Rat wolle mit den verschiedenen religiösen Gemeinschaften im Irak ins Gespräch kommen, um einen längerfristiges Dialogkomitee einzurichten, so die Erklärung. Aus diesem Grund finde derzeit im Vatikan ein Treffen von Vertretern des Rats und den führenden Vertretern der verschiedenen Religionsgemeinschaften im Irak, wie schiitischen, sunnitischen, christlichen, jesidischen und sabianischen Gemeinschaften, statt.

Man wolle auf dem ersten Treffen dieser Art die gegenseitige Kenntnis der Religionen vertiefen und Perspektiven des Dialogs entwickeln, so die Presseerklärung. Für heute ist eine Begegnung mit Papst Franziskus geplant.

Im Irak kommen jährlich zahlreiche Zivilisten aufgrund von blutigen Kämpfen zwischen radikalen Teilen der sunnitischen und schiitischen Glaubensgemeinschaften ums Leben. Aus diesem Grund haben viele Christen das Land bereits verlassen. Kirchenvertreter sprechen von einem „christlichen Exodus“ und einem „christlichen Ausbluten“ des Irak.

Während der heutigen Generalaudienz betete Papst Franziskus für den Irak und sagte: „Ich treffe bei dieser Audienz auch eine Delegation von Vertretern verschiedener religiöser Gruppen aus dem Irak, begleitet von Kardinal Jean-Louis Tauran, dem Präsidenten des Päpstlichen Rates für den Interreligiösen Dialog. Diese religiösen Gruppen bilden den Reichtum des Landes! Ich lade euch dazu ein, für die geliebte irakische Nation zu beten. Leider wird sie täglich von neuem zum Schauplatz von tragischer Gewalt. Beten wir, dass der Irak den Weg zur Versöhnung, zum Frieden, zur Einheit und Stabilität findet!“