Irak: Chaldäischer Priester möglicherweise entführt

Pfarrer Douglas Al Bazi seit Sonntag unauffindbar

| 865 klicks

BAGDAD, 23. November 2006 (ZENIT.org).- Die chaldäische Kirche befürchtet, dass der Pfarrer von Mar Eliya in der irakischen Hauptstadt Bagdad entführt worden ist.



P. Douglas Al Bazi wurde zum letzten Mal am Sonntag gesehen, berichtete der Blog „Baghdadhope“, was chaldäische Quellen gegenüber ZENIT und andere katholische Nachrichtenagenturen wie AsiaNews oder die Nachrichtenagentur SIR der Italienischen Bischofskonferenz bestätigt haben.

„Seine Mobiltelefone sind ausgeschaltet und niemand, nicht einmal im chaldäischen Patriarchat, hat etwas von ihm gehört, seit er die Kirche mit dem Auto und ohne Begleitschutz verlassen hat“, hieß es auf „Baghdadhope“.

„Pater Douglas könnte der vierte Priester sein, der innerhalb von fünf Monaten in Bagdad entführt worden ist. Auch wenn die Opfer anderer Entführungen freigelassen wurden, lebt die Erinnerung an die grausame Ermordung von Pater Paul Iskandar, eines syrisch-orthodoxen Priesters, der im vergangenen Oktober in Mosul entführt und einem Tag darauf getötet worden war.“

P. Al Bazi war in der Vergangenheit mindestens zweimal Opfer von gewalttätigen Übergriffen. Am 29. Januar dieses Jahres überlebte er einen Anschlag auf seine damalige Pfarrkirche im Norden Bagdads, und am 23. Februar wurde er bei einem weiteren Anschlag auf seine Kirche angeschossen.

Der Priester, der aller Voraussicht nach entführt worden ist, arbeitet auch als Leiter des Instituts für Katechese am „Babel College“, der einzigen Päpstlichen Theologischen Hochschule im Irak.