Irak: Diakonatsweihen, ein „Zeichen der Hoffnung“?

Gewalt, Morde und evangelikale Gruppierungen bedrohen Katholiken

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ANKAWA, 8. Februar 2007 (ZENIT.org).- Für den chaldäischen Erzbischof von Kirkuk (Nordirak), Louis Sako, ist die kürzlich erfolgte Weihe von Salar Soulayman Bodagh aus Alquoch, Raymond Hamid Sargis aus Bagdad und Louya Gilyana Dinkha aus Mosul zu Diakonen ein echtes „Zeichen der Hoffnung“.



Bereits am 27. Januar sei Wassim Sabih Youssif in der irakischen Hauptstadt zum Priester geweiht worden, im Februar würden noch vier weitere Angehörige der syrisch-katholischen Kirche die Diakonatsweihe empfangen, berichtete der Erzbischof gegenüber der Nachrichtenagentur AsiaNews.

Gewalt und Verfolgung bedeuteten eine ständige Unsicherheit und führten die Christen, die knapp drei Prozent der irakischen Gesamtbevölkerung ausmachten, in ein „pastorales Vakuum“, klagte der Erzbischof. Seit Sommer 2003 seien bereits mehr als 300 irakische Christen ermordet worden. Hauptgrund für all diese Morde und die anhaltenden Übergriffe sei die verbreitete Ansicht, dass die Christen mit den amerikanischen Besatzern kollaborieren und für sie arbeiten würden und deshalb auch reicher wären als die übrige Bevölkerung.

Zahlreiche Ärzte hätten Kirkuk aufgrund von Drohbriefen den Rücken gekehrt; von ihnen seien horrende Geldsummen gefordert worden. Um die dramatische Situation im Irak noch deutlicher vor Augen zu führen, berichtete Erzbischof Sako auch von der Verschleppung des Bruders einer ihm bekannten Dominikanerin in Bagdad: Obwohl die betroffene Familie das geforderte Lösegeld bezahlt habe, sei der Vater von drei Kindern erst zwei Tage später von der Ordensfrau ermordet aufgefunden worden.

Eine zusätzliche Gefahr für die katholischen Gemeinden sind nach Angaben des chaldäischen Erzbischofs die zahlreichen evangelikalen Gruppierungen, die mit der US-Armee ins Land gekommen seien. Sie würden sogar unter Katholiken und Orthodoxen einen „aggressiven Proselytismus“ betreiben. Allein in Bagdad hätten sich mittlerweile 36 neue Kirchen angesiedelt.