Irak: Erzbischof Sako fordert konkrete Schutzmaßnahmen für Christen

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KIRKUK, 27. April 2007 (ZENIT.org).- Der chaldäisch-katholische Erzbischof von Kirkuk, Louis Sako, hat die irakischen Behörden und die internationale Gemeinschaft ersucht, die christliche Minderheit aktiv vor Übergriffen zu schützen.



„Die Christen in Bagdad und Mossul werden genauso wie in anderen Teilen des Landes bedroht. Extremistische Gruppen haben ihnen die Order gegeben, ihre Häuser zu verlassen, ohne ihnen Zeit zu lassen, ihr eigenes Hab und Gut zusammenzupacken. Sie haben sie sogar dazu aufgefordert, zum Islam überzutreten“, beklagte der Erzbischof gegenüber „Radio Vatikan“.

„Das darf nicht passieren“, rief er aus. „Wir Christen sind seit 2.000 Jahren im Irak. Wir sind irakische Bürger, und wir haben beim Aufbau dieses Landes eine entscheidende Rolle gespielt.“

Der 58-jährige Hirte hat die moderaten Muslimen und die irakischen Politiker dazu aufgerufen, die Übergriffe, denen die Christen ausgesetzt sind, ernst zu nehmen. Sollte das nicht geschehen, sähen sich die Christen nach Erzbischof Sako förmlich gezwungen, das Land zu verlassen. Das bedeutet für alle, und nicht nur für die bedrohten Christen im Irak, einen großen Verlust.

„Die Religionsfreiheit, die immer geschützt worden ist, gehört zu den Menschenrechten, und wir haben unsere Religion immer offen praktiziert“, bekräftigte der Erzbischof abschließend. „Warum müssen dann die Christen heute die Stadt verlassen oder zum Islam übertreten?“