Irak: Hilfe für Christen ist Beitrag zum Frieden

Europaabgeordnete treffen irakische Erzbischöfe

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BRÜSSEL, 9. September 2011 (ZENIT.org/KIN). - „Wenn wir keine politische Antwort auf die Verfolgung der Christen in islamischen Ländern finden, dann erfüllen wir genau die Ziele von Al Kaida“. Mit diesen Worten gab der italienische Europa-Abgeordnete Mario Mauro dem Gefühl nicht weniger Kollegen im Europa-Parlament Ausdruck. Die Abgeordneten waren in dieser Woche in Brüssel mit zwei Erzbischöfen aus dem Irak zusammengetroffen, die über die Situation der Christen in ihrem Land berichteten.

Der Erzbischof von Erbil, Bashar Matti Warda, und Emil Shimoun Nona, der Erzbischof der mit Rom unierten Kirche der Chaldäischen Katholiken in Mossul, der für die Christen derzeit gefährlichsten Stadt im Zweistromland, wiesen darauf hin, dass nicht nur Christen, sondern auch andere Minderheiten bedroht seien. Auch rechtlich sei ihre Situation prekär, weil Artikel drei der Verfassung dem islamischen Recht der Scharia eine Art Primat einräume. Es gebe zwar das „Recht auf Beten, aber keine Religionsfreiheit“.

Unter diesen Umständen seien Bildungsangebote der einzige Weg für die Christen, im Irak zu einer künftig freiheitlichen und humaneren Gesellschaft beizutragen. Deshalb wolle man auch Schulen errichten. Das sei bei vielen Muslimen durchaus erwünscht, weil die christlichen Schulen wegen ihrer hohen Qualitätsstandards einen guten Ruf hätten. Auch die Regierung würde, so die beiden Bischöfe, christliche Schulen durchaus willkommen heißen. Allerdings fehlten den Christen dafür die Mittel.

Das Anliegen der Bischöfe stieß bei den Abgeordneten des Europäischen Parlaments und auch in der Kommission der Europäischen Union auf reges Interesse. Man werde es wohlwollend und im Rahmen der Kriterien der EU prüfen. Dankbar zeigten sich vor allem die christdemokratischen Abgeordneten über die nüchternen und faktenreichen Antworten, die die beiden Bischöfe während mehrerer Begegnungen auf die Fragen der Politiker gaben.

Dabei stellte sich heraus, dass die Christen ein verbindendes Element der irakischen Gesellschaft seien, wie der polnische Abgeordnete Jan Olbrycht sagte. Die Hilfe für die bedrängten Christen sei, so Olbrycht, deshalb auch ein „Beitrag zur Versöhnung und zu einem dauerhaften Frieden in diesen Ländern und somit eine politische Antwort auf den Fanatismus der Gewalttätigen“. 

Der Besuch der beiden Erzbischöfe war vom internationalen katholischen Hilfswerk Kirche in Not organisiert worden, um den zuständigen Stellen in Brüssel Zugang zu authentischen Informationen über die Lage der Christen im Irak zu ermöglichen. Es war der Auftakt einer Informationsoffensive des Hilfswerks in politischen Kreisen über die Situation der verfolgten und bedrängten Christen in aller Welt.