Irak: Mehrere Terroranschläge auf christliche Kirchen am vergangenen Sonntag

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BAGDAD, 8. Januar 2008 (ZENIT.org).- Im Irak sind am vergangenen Sonntag Terroranschläge auf sieben christliche Kultstätten verübt worden. Das berichtete Weihbischof Shlemon Warduni vom chaldäischen Patriarchat von Babylon, das seinen Sitz in der irakischen Hauptstadt Bagdad hat. Bei den Anschlägen, die sich auf die Städte Mosul und Bagdad konzentrierten, wurden zwei Personen verletzt.



In Mosul nahmen die Terroristen, wie der Bischof gegenüber dem Internet-Blog „Bagdadhope“ der irakischen Katholiken bestätigte, die chaldäische Kirche vom heiligen Paulus und das Dominikanerinnenkloster ins Visier, das schwer beschädigt wurde. Zerstört wurden die Nachbildung der Lourdesgrotte, aber auch das Waisenhaus der chaldäischen Ordensschwestern und die chaldäische Heilig-Geist-Kirche.

In Bagdad richteten sich die Anschläge gegen die griechisch-orthodoxe Kirche vom heiligen Georg im Bezirk Saha Al Taharriyat, die chaldäische Kirche Mar Ghorghis in Ghadir und die chaldäische Kirche vom heiligen Paulus in Zafaraniya, die direkt neben einem Frauenkloster liegt.

Kardinal Emmanuel III. Delly, der chaldäische Patriarch von Babylon, wies gegenüber „Radio Vatikan“ darauf hin, dass die Terroristen die Aufmerksamkeit des Westens auf sich lenken wollten. Zudem habe es Anschläge auf Moscheen und andere Kultstätten gegeben, „auch wenn niemand davon gesprochen hat“. Die Stätten, an denen Gott verehrt wird, „sind Orte des Friedens und der Ruhe, Orte des Gebetes“, hob der Kardinal hervor. Wenn Anschläge auf sie verübt werden, handle es sich möglicherweise um eine klare Botschaft an die Regierung: „Es gibt noch keinen Frieden.“

Patriarch Delly rief die Christen der ganzen Welt dazu auf, für sein Land zu beten. „Das ist die Pflicht jedes einzelnen von uns: den Herrn des Friedens darum zu bitten, dass er uns den Frieden schenken möge. Das ist das Einzige. Sonst können wir nichts tun.“