Irak: Nach ihrer Freilassung bitten P. Afas und P. Ishoa die Gläubigen, mutig zu sein und nicht auszuwandern

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MOSSUL, 24. Oktober 2007 (ZENIT.org).- Das öffentliche Eintreten Benedikts XVI. hat den beiden Priestern, die im Irak eine Woche lang festgehalten worden sind, neuen Mut eingeflößt. Das bekundete vor kurzem Pater Pius Afas, einer der entführten Geistlichen.



Der 60 Jahre alte Priester war am 13. Oktober zusammen mit P. Mazen Ishoa (35) auf dem Weg zu einer Beerdigungsmesse entführt worden. Am darauf folgenden Sonntag hatte der Papst während seiner Ansprache zum Angelus ihre Freilassung gefordert. Eine Woche später, am vergangenen Sonntag, kamen sie frei, und der Heilige Stuhl konnte seiner Freude über diese Nachricht Ausdruck verleihen.

„Das Plädoyer des Papstes hat uns viel Mut gegeben. Diese Ermahnung war für unsere Entführer definitiv ein riesengroßer Antrieb, uns freizulassen", erklärte P. Pius Afas gegenüber „Radio Vatikan“. „Wir haben keine Folter erleiden müssen… Wir haben schwierige Momente durchgemacht, aber ich habe nie das Vertrauen, die Hoffnung oder den Gebetsgeist verloren.“

Der Priester bekundete in dem Interview seine Freude über die „große Solidarität“, die ihm und seinem Begleiter aus allen Teilen der Welt zuteil geworden ist, und bedankte sich für die vielen Gebete und den Appell des Papstes.

P. Afas erklärte, dass er und P. Ishoa am Sonntagmorgen freigelassen worden seien und dass sie dann sofort ein Taxi genommen hätten, um zu ihrer Kirche zu kommen. An diesem Nachmittag feierten sie die Heilige Messe gemeinsam. Zahlreiche Menschen waren gekommen, um Gott Dank zu sagen.

Auch nach der Erfahrung, eine Woche lang festgehalten zu werden, ermutigte der Priester alle Christen, in Mossul zu bleiben und nicht auszuwandern.

„Wir sind sehr beunruhigt darüber, dass dies die Freundschaft mit unseren muslimischen Brüdern, mit denen wir seit Jahrhunderten zusammenleben, untergraben könnte“, bekräftigte er. „Das haben wir auch unseren Entführern gesagt: Wir wollen nicht diese Freundschaft ruinieren, diese islamisch-christliche Brüderlichkeit verlieren. Deshalb bleiben wir im Irak. Wir sind nicht bereit nachzugeben, weil wir – Christen und Muslime gemeinsam – hier für den Frieden unter den Irakern da sind.“

Der syrisch-katholische Erzbischof Basile Georges Casmoussa von Mossul zeigte sich angesichts der ungewissen Zukunft des Landes sehr besorgt. „Wir vertreten eine Minderheit im Irak, und viele irakische Christen werden unter Druck gesetzt, ihre Häuser in Bagdad oder Mossul zu verlassen.“ Vielen würde der Vorschlag gemacht, sie sollten im Gegenzug für Freiheit zum Islam übertreten; sonst müssten sie gehen.

„Normalerweise waren unsere Beziehungen mit der muslimischen Bevölkerung sehr gut. Wir haben in einem Geist der Freundschaft und Zusammenarbeit zusammengelebt. Aber jetzt ist die Situation durch die fundamentalistischen Gruppen, die ja die Präsenz der amerikanischen Truppen bekämpfen, extrem gefährlich geworden.“