Irland: Bischöfe rufen zu maßvollen Alkoholkonsum auf

Alkohol als „Geschenk Gottes“ genießen

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DUBLIN, 20. Februar 2007 (ZENIT.org).- Die irischen Bischöfe bitten die Gläubigen, den Alkoholkonsum auf ein vernünftiges Maß zu beschränken.



Mit dem gemeinsamen Hirtenbrief „Alkoholismus: Die Herausforderung der Mäßigung“, der vor kurzem vorgestellt wurde, haben die Bischöfe auf aktuelle Statistiken reagiert, nach denen der landesweite Alkoholkonsum in den letzten zehn Jahren um 40 Prozent gestiegen ist. Der kulturelle Druck, die Herausforderungen am Arbeitsmarkt und der Trend, dass beide Elternteile arbeiten gehen müssen, seien für diese Entwicklung verantwortlich, schreiben die Bischöfe.

Bezug nehmend auf die Evangeliumsstelle über die Hochzeit zu Kana, bei der Christus Wasser in Wein verwandelte und so sein erstes Wunder wirkte, erklären die Hirten, dass der Alkohol ein „Geschenk“ sein könne, wenn er in Maßen getrunken werde; zuviel Alkohol besitze dagegen eine „zerstörerische“ Kraft und wirke „alles andere als Leben spendend“.

In dem Schreiben wird davor gewarnt, dass Tausende von Autofahrern immer noch das Risiko eingingen, unter erhöhtem Alkoholeinfluss unterwegs zu sein. Suchtbeauftragte könnten für das Elend der Familien Zeugnis ablegen, in denen die Sucht Eingang gefunden habe.

Ein praktischer Rat der Bischöfe zur Einschränkung des Alkoholkonsums ist es, Geld für Wohltätigkeitsorganisationen zu spenden, anstatt es zu vertrinken. Außerdem rufen sie dazu auf, den Alkoholkonsum besonders während der Fastenzeit einzuschränken. Weiterhin wird in dem Hirtenbrief auf die grundlegende Erkenntnis hingewiesen, dass der Mensch ein gemeinschaftliches Wesen sei und daher auf die Unterstützung der anderen angewiesen sei, weshalb die Bischöfe dazu raten, mit Freunden und Angehörigen offen über das Alkoholproblem zu sprechen.

Manchmal sei jedoch selbst die Unterstützung durch andere unzureichend. Mit einem Hinweis auf die Erfolge der Anonymen Alkoholiker unterstreichen die Bischöfe, dass der menschliche Wille allein nicht genüge, um den Alkoholismus zu bezwingen. Die ersten Mitglieder der angesprochenen Hilfsorganisation hätten die Erfahrung gemacht, dass sie immer wieder der Versuchung des Alkohols erliegen würden. Erst als sie sich einer größeren Macht zuwandten, hätten sie die Erfahrung gemacht, den Weg der Genesung zu gehen.

Ferner schlagen die Bischöfe der Regierung vor, eine Alkoholsteuer einzuführen; mit diesen Steuergeldern könne dann die Bekämpfung der Trunksucht finanziert werden. Die Lösung liege jedoch nicht allein in gesetzlichen Maßnahmen, sondern gehe über diese hinaus. Dazu sei eine „Änderung der Einstellung“ notwendig, die nicht vom Gesetz abhänge, die die Kultur aber entscheidend beeinflussen könne.

Die Änderung des eigenen Verhaltens und die Mäßigung seien Schlüsselelemente, heißt es in dem Dokument: „Mäßigung ist eine gute Nachricht für die Gesundheit, die zwischenmenschlichen Beziehungen, die persönlichen Ausgaben; und vor allem ist sie gut für den menschlichen Geist. Sie bringt Zufriedenheit und ein Gefühl des Wohlbefindens.“

Abschließend äußern die Bischöfe den Wunsch, zukünftige Generationen mit einer gesünderen Zukunft zu beschenken: „Wir sind es dieser und der nächsten Generation schuldig, dass wir einen Weg finden, Alkohol als ein Geschenk Gottes zu genießen.“