Irland: kein neuer Botschafter am Heiligen Stuhl

Auch Botschaften im Iran und Osttimor von Sparbeschlüssen betroffen

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VATIKANSTADT, 4. November 2011 (ZENIT.org/RV). - Die Regierung der Republik Irland wird  ihre Botschaft beim Heiligen Stuhl schließen. Das wurde an diesem Donnerstagabend in Dublin und im Vatikan bekannt gegeben. Der Außenminister Irlands, Eamon Gilmore, nannte dies gegenüber dem Erzbischof von Armagh, Kardinal Séan Brady, eine bedauerliche, aber notwendige Entscheidung; leider lasse die ökonomische Situation nichts anderes zu. Kardinal Brady betonte, ihm sei versichert worden, dass die Schließung nichts mit den jüngsten diplomatischen Schwierigkeiten zwischen dem Vatikan und Irland im Zusammenhang mit dem Missbrauchsskandal zu tun habe.

Pater Federico Lombardi betonte, die wichtigen diplomatischen Beziehungen zwischen Irland und dem Heiligen Stuhl seien nicht in Frage gestellt. Jeder Staat müsse die Freiheit zugestanden werden, gemäß seiner Möglichkeiten und Interessen zu handeln.

Kardinal Brady äußerte seine Enttäuschung darüber, dass es das erste Mal seit dem ersten Austausch von gegenseitigen Vertretern im Jahr 1929 keinen in Rom residierenden Botschafter geben werde. Bei der Gründung der Republik habe die Anerkennung durch den Vatikan eine große Rolle gespielt, die aktuelle Entscheidung scheine das zu verkennen. Er hoffe, dass trotz der bedauerlichen Entwicklung die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Gerechtigkeit und des Friedens fortgeführt werde.

Von den Sparbeschlüssen der Regierung in Dublin ebenfalls betroffen sind die Botschaften im Iran und in Osttimor, die ebenfalls geschlossen werden. Diese Einschnitte seien nötig, um die Vorgaben des Internationalen Währungsfonds und der EU zu erfüllen, heißt es in einer Erklärung des Außenministeriums.