Irland: Visitatoren starten Aufklärung des Missbrauchsskandals

Vatikan sorgt für Durchsichtigkeit , Imnformationsfluss und Diskretion

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Von Angela Reddemann

ROM, 12. November 2010 (ZENIT.org).- Heute Mittag hat das Pressebüro des Hl. Stuhles eine Meldung über die Vorbereitungsrunde für die Apostolische Visitation zur Aufklärung des Missbrauchsskandals in der irischen Kirche veröffentlicht. Dabei bekräftigt der Vatikan die Absicht des Papstes, dass die Visitatoren persönlich den Betroffenen begegnen und sich den Opfern von Missbrauch widmen sollten, die „durch den Missbrauch tief verwundet worden sind und gehört werden wollen, angefangen von den Opfern selbst und ihrer Familien". Ein gut funktionierender Informationsfluss soll Durchsichtigkeit der Maßnahme garantieren und die Verfügbarkeit der vom Heilgen Stuhl eingesetzten Kommission für die Bewohner Irlands ermöglichen.

Schon im Oktober war die Sitze der Bischofskongregation den vier Kardinälen und Erzbischöfen zusammengekommen, die vom Heiligen Stuhl mit der Untersuchung beauftragt worden waren.

An die irischen Bischöfe gewandt, benannte der Papst in seinem Brief vom März dieses Jahres die schwerwiegenden Fehlurteile und den Mangel an Leitung vieler ausdrücklich. So hätten sie sich in der Behandlung der Missbrauchsvorwürfe nicht korrekt an die kirchenrechtlichen Verfahren gehalten. Auch wenn es schwer gewesen sei, das richtige Handeln in den komplexen Situationen zu erkennen, bleibt es eine Tatsache, dass schwere Fehler gemacht worden seien, und im Ergebnis hätten die Bischöfe Glaubwürdigkeit verloren, so der Tenor des Briefes. (Brief Papst Benedikts XVI. an die irischen Katholiken)

Die Visitation soll nun klären helfen, inwiefern die wechselseitige Beziehung der verschiedenen Teile der Ortskirche, Seminarien und Ordensgemeinschaften nun stabil genug sei, "um den Weg der geistlichen Erneuerung zu tragen, der schon von der Kirche in Irland eingeleitet worden ist", heiß es in der heute im Vatikan veröffentlichten Mitteilung. Auch die seit Herbst 2009 geltenden Richtlinien sollen in ihrer Wirksamkeit gewürdigt werden.

Dabei soll die Wirksamkeit der begonnenen Maßnahmen in Missbrauchsfällen beurteilt und die Form der gegenwärtigen Hilfe für Missbrauchsopfer bewertet warden.

Es gehe nicht um eine Beurteilung einzelner Fälle, so die Erklärung, auch nicht um eine Form von Gericht zwecks Urteilssprechung. „Die Visitatoren müssen die ausdrücklichen Probleme benennen, die eine Assistenz seitens des Heiligen Stuhls erfordern", so der Arbeitsauftrag.

Dabei finde ein Eingriff in laufende zivilrechtliche Untersuchungskommissionen weder auf Lokalebene noch eine Einmischung in die Arbeit des der "Commissions of Investigation" des Irischen Parlamentes statt.

Auch die legitime Autorität der Ortsbischöfe und Lokalen Oberen werde durch die Visitation weder berührt noch aufgehoben. Falls es neue Missbrauchsfälle gebe, so die Verfahrensvorgabe, müssten diese zuerst an die zuständigen Einrichtungen kommuniziert werden, aber nicht an die Visitatoren.

Die Vistatoren der Irischen Metropolitanen Erzdiözesen werden wie angekündigt Kardinal Cormac Murphy-O'Connor für Armagh; Seán P. O'Malley, O.F.M. Cap. für Dublin ; P. Thomas C. Collins für Cashel und Emly; P. Terrence T. Prendergast, S.J. für Tuam sein. Es wird angekündigt, dass diese Visitatoren möglicherweise von Assistenten begleitet werden.

Um Diskretion zu wahren und alle Beteiligte zu schützen, soll der Kontakt zu den Visitatoren soll über die Mailadresse der Apostolischen Nuntiatur hergestellt werden, so die Vorgabe.