Israel: "Kirche im Herzen der jüdischen Gesellschaft"

Pastoralzentrum für Migranten in Tel Aviv eröffnet - Patriarch Twal dankt "Kirche in Not" für die Hilfe

Luzern, (KiN Schweiz/Fürstentum Liechtenstein) | 153 klicks

Mit einem feierlichen Pontifikalamt hat der Lateinische Patriarch von Jerusalem, Fuad Twal, am Samstag in Tel Aviv das erste katholische Pastoralzentrum für Migranten in Israel eingeweiht. Anwesend waren dabei auch der Apostolische Nuntius in Israel, Erzbischof Giuseppe Lazzarotto, und der Botschafter der Philippinen in Israel.

Ausdrücklich dankte Twal dabei dem internationalen katholischen Hilfswerk KIRCHE IN NOT für die Unterstützung des Projekts. Wörtlich sagte der Patriarch gegenüber KIRCHE IN NOT: "Ich wünschte, die Wohltäter von KIRCHE IN NOT könnten hier sein, um an der Freude der Menschen über das neue Zentrum teilzuhaben. Allen Spendern danke ich in ihrem Namen von Herzen. Möge Gott sie segnen."

Auch Pater David Neuhaus SJ, Koordinator des Patriarchats für die Migrantenseelsorge und Initiator des Projekts, dankte KIRCHE IN NOT für die Unterstützung. "Die Gründung des Pastoralzentrums "Our Lady of Valor" wäre unmöglich gewesen ohne die grosszügige Hilfe verschiedener Hilfswerke, darunter, wie immer, besonders KIRCHE IN NOT. Dieses Hilfswerk hat die Entwicklung der hebräischsprachigen katholischen Kirche in Israel aufmerksam begleitet und hilft jetzt auch den Migranten. Wir sind dem Hilfswerk besonders dankbar und beten für alle Wohltäter."

Kirche in Israel im Wandel

Pater Neuhaus betonte, dass die Kirche des Heiligen Landes, die bislang vor allem durch arabischsprachige palästinensische Christen geprägt gewesen sei, in ihrer Zusammensetzung vielfältiger werde. "Die Migranten machen die christliche Präsenz komplexer, da viele von ihnen aus Asien, Afrika und Osteuropa kommen und innerhalb der israelisch-jüdischen hebräischsprachigen Gesellschaft leben. Obwohl sie an den Rändern dieser Gesellschaft bleiben, identifizieren sie sich mit ihr und ihre Kinder wachsen hebräischsprachig auf. Die Kirche ist jetzt aufgerufen sich dort einzurichten, wo sie nie zuvor war: In den jüdischen Viertel, wo die Migranten leben, im Herzen der israelisch-jüdischen Gesellschaft", so Neuhaus.

Bei den Menschen ist die Dankbarkeit für das neue Zentrum derweil gross. Lourdes, eine in der häuslichen Pflege tätige Filipina, engagiert sich als Gottesdiensthelferin in der Gemeinde. KIRCHE IN NOT sagte sie am Rande der Einweihungsfeier: "Für uns ist das Zentrum Heimat. Hier kommen wir mit Landsleuten zusammen und können beten. Ich bin froh, dass wir es haben."

Viele katholische Gastarbeiter

Das neue Pastoralzentrum im Süden Tel Avivs dient der Gemeinde katholischer Migranten in Israel, die überwiegend aus Gastarbeitern von den Philippinen, Indien und Sri Lanka besteht, aber auch aus Asylbewerbern aus Schwarzafrika. Die Zahl der Gastarbeiter hat stark zugenommen, seit aufgrund der Zweiten Intifada, dem palästinensischen Aufstand gegen die israelische Besatzung nach 2000, die meisten zuvor in Israel tätigen Palästinenser keine Arbeitserlaubnis mehr erhalten. Viele zuvor von ihnen ausgeübte Tätigkeiten wurden in der Folge von Gastarbeitern übernommen. Heute leben im Rahmen zeitlich befristeter Arbeitsverträge allein etwa 40‘000 Filipinos in Israel. Wie Lourdes, arbeiten sie meist in Pflegeberufen.  Die Kirche begreift die katechetische Unterweisung und religiöse Identitätsbildung der Migrantenkinder als besondere Herausforderung. Sie gehen in hebräischsprachige Schulen und erhalten dort keinen religiösen Unterricht. Mit Hilfe von KIRCHE IN NOT wurden deshalb mittlerweile mehrere hebräischsprachige Bände für ausserschulisch erteilten Religionsunterricht erstellt.

Spenden mit dem Vermerk «Israel» können gerichtet werden an:

KIRCHE IN NOT
Schweiz/Fürstentum Liechtenstein  

Cysatstrasse 6, 6004 Luzern, Telefon 041 410 46 70; Fax 041 410 31 70
E-Mail: mail@kirche-in-not.ch; Internet: www.kirche-in-not.ch
Postkonto 60-17200-9; Credit Suisse, Luzern, Konto 0463-997.427-10-1