"Israelische Siedlungspolitik beeinträchtigt den Friedensprozess"

Lateinischer Patriarch von Jerusalem, Erzbischof Fouad Twal, in seiner Weihnachtsbotschaft

Rom, (Fides) | 279 klicks

„Die israelisch-palästinensischen Verhandlungen wurden Ende Juli, nach einer dreijährigen Unterbrechung wiederaufgenommen. Aber alle Bemühungen werden durch die israelische Kolonisation behindert“, so der Lateinische Patriarch von Jerusalem, Erzbischof Fouad Twal im Zusammenhang mit den Bau- und Immobilienvorhaben, die von der israelischen Regierung in den sogenannten besetzten palästinensischen Gebieten genehmigt wurden. Diese kritische Position äußert der Patriarch in seiner Weihnachtsbotschaft an die Journalisten im Rahmen einer Pressekonferenz im lateinischen Patriarchat Jerusalem am gestrigen Mittwoch, dem 18. Dezember. Unter den Ereignissen, die zu Spannungen zwischen dem Patriarchat selbst und den israelischen Behörden führten, erwähnt Erzbischof Twal das Urteil im Cremisan-Prozess, das im April 2013 die Fortsetzung des Baus der Trennmauer genehmigte sowie die Demolierung eines Gebäudes des lateinischen Patriarchats in Ost-Jerusalem. Dies seien „Anzeichen für eine Verschlimmerung der Situation“ und würden „in keiner Weise zum Friedensprozess beitragen.“ 

„Im Hinblick auf die wirtschaftlichen Vereinbarungen, die zwischen Israel und dem Heiligen Stuhl geschlossen werden, möchte ich betonen, dass sowohl das Osmanische Reich als auch die Briten, Jordanien und Israel für mehr als 20 Jahre den Status Quo der Steuerbefreiungen für die Kirchen respektiert hatten“, so der Patriarch weiter, „aber heute will Israel Änderungen vornehmen.“ Wichtig sei, dass Verhandlungen zwischen dem Heiligen Stuhl und Israel keine „politische Implikation herbeiführen, die den Status des seit 1967 besetzten Ostjerusalem ändert.“ Diese Frage liege allerdings immer noch auf dem Verhandlungstisch, so der Patriarch.

„Die Weihnachtsfeierlichkeiten“, so der Patriarch zu Beginn seiner Botschaft, „lassen die ganze Welt nach Bethlehem blicken. Gerade von hier aus, inmitten von Konflikt und Gewalt, die unseren Nahen Osten bedrohen, verbreitet sich die zärtliche Botschaft des Mysteriums der Heiligen Nacht.“ Unter den Terminen für das Jahr 2014 erinnert Patriarch Twal insbesondere an „den Papstbesuch im Heiligen Land, der für den Mai vorgesehen ist, zuerst in Jordanien, dann in Israel/Palästina.“ (GV)

(Quelle: Fidesdienst 19/12/2013)