Ist Sterben gesellschaftliche Zumutung?

Philosophischer Beitrag zur Thematik der Euthanasie

Rom, (ZENIT.org) Jan Bentz | 840 klicks

Die Diskussion über die Sterbehilfe [ZENIT berichtete] in Deutschland scheint festgefahren. Die Vertreter des Pro und Contra spalten sich in zwei moralische Lager, deren Argumentation auf der jeweiligen ethischen Grundlage fußt, die mit der anderen nicht vereinbar scheint. Der Nicht-Verfügbarkeit des menschlichen Lebens auf der einen Seite steht die „humanistische“ Argumentation des Vermeidens von Leiden und eines angeblich „würdigen“ Sterbens gegenüber.

Einen beachtenswerten Beitrag zu dieser Diskussion, in dem die Thematik auf die philosophische Grundlage der Erkenntnis gestellt wird, bietet ein Essay-Band von Andreas Krause und Axel W. Bauer mit dem Titel „Wir sollen sterben wollen“ im Manuscriptum Verlag in Leipzig.

Die Autoren warnen als Schlussfolgerung einer in jeder Hinsicht überzeugenden Argumentation davor, dass Sterben in unserer Gesellschaft immer mehr eine Zumutung werde, und verwerfen gleichzeitig eine sich abzeichnende Liberalisierung der Gesetzgebung.

Als dritten Beitrag enthält der Band den Essay von Reinhold Schneider „Über den Selbstmord“ aus dem Jahr 1947.

Buchtipp:
Andreas Krause, Axel W. Bauer, Reinhold Schneider: „ Wir sollen sterben wollen“,
Manuscriptum Verlag, Leipzig, 2013,
broschiert, € 14,90.