Italien: Bischöfe kritisieren Gesetzesentwurf zu nicht-ehelichen Lebensgemeinschaften

Appell an Verantwortung der Politiker

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ROM, 29. März 2007 (ZENIT.org).- Die italienischen Bischöfe haben gegen die geplante Aufwertung von nicht-ehelichen Lebensgemeinschaften protestiert und darauf hingewiesen, dass diese Maßnahme das Wohl der Gesellschaft in Mitleidenschaft ziehe.



Die italienischen Bischöfe wollen auch in Zukunft den Wert der Ehe von Mann und Frau und der natürlichen Familie lautstark verteidigen, heißt es in ihrer „Stellungnahme zur Familie, die auf der Ehe gründet, und zu Gesetzesinitiativen bezüglich der De-facto-Partnerschaften“, die am Mittwoch veröffentlicht wurde.

Die Bischöfe warnen ausdrücklich vor Versuchen, „den Stellenwert der Familie und der Ehe zu mindern, etwa indem man vorschlägt, Ehen ohne Trauschein anzuerkennen“. In dem Dokument sprechen sich die Hirten dezidiert gegen die Aufwertung von „De-facto-Partnerschaften“ aus. Diese seien „grundsätzlich unannehmbar“, da sie das soziale Gefüge in Mitleidenschaft ziehen würden und auch im Bereich der Erziehung Probleme mit sich brächten.

Die Bischöfe erachten es als eine ihrer besonderen Pflichtungen, ihre Ablehnung öffentlich kundzutun und sich vor allem gegen Pläne zur „rechtlichen Anerkennung von homosexuellen Lebenspartnerschaften“ zu stellen.

Solche Partnerschaften seien nicht zu akzeptieren, da sie zur Negierung der geschlechtlichen Unterschiede führten. Diese ihre Auffassung, so erklären sie, stehe keineswegs im Widerspruch zur Achtung vor der Würde aller Menschen, die der angesprochenen Personengruppe angehören. „Wir sichern allen unseren Respekt und unsere pastorale Sorge zu“, heißt es in der Erklärung.

„Wir verfolgen keinerlei politische Interessen“, fügen die Bischöfe hinzu. „Wir spüren die Verpflichtung, unseren Beitrag zum Gemeinwohl zu leisten.“ Mit ihnen seien auch zahlreiche andere Menschen, auch viele ungläubige, von der „Bedeutung der Familie für das Reifen der Menschen und der Gesellschaft überzeugt“.

Der Vatikan könne nicht schweigen, wenn der fundamentale Wert der Familie auf dem Spiel stehe; die Familie gründe auf der Ehe von Mann und Frau, was für den Christen ein unverrückbarer Wert sei.

„Die Familie liegt der Kirche seit jeher am Herzen“, schreiben die italienischen Hirten. „Sie tritt für Gesetze ein, die die Familie fördern und schützen."

Die Bischöfe appellieren an die Gesetzgeber, sich der Tragweite ihrer Entscheidungen bewusst zu sein, die einen Verstoß gegen das Naturgesetz und den rechtmäßigen Schutz der elterlichen Sorgepflicht bedeuten könnten.

Katholische Politiker, die das Gesetz zur Anerkennung nicht-ehelicher Partnerschaften unterstützen, handelten nicht im Einklang mit ihrem Glauben.