Italien: Karmelitin Maria Giuseppina (1894-1948) in Neapel selig gesprochen

„Ich brenne danach, den Willen Gottes zu erfüllen“

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NEAPEL, 12. Juni 2008 (ZENIT.org).- „Die Anbetung nährt den Wunsch, die Welt um uns herum zu verbessern“, bekräftigte Kardinal José Saraiva Martins bei der Seligsprechung der Karmelitin Maria Giuseppina vom gekreuzigten Jesus zu Beginn dieses Monats in Neapel.



Der Präfekt der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse rief alle Christen dazu auf, auch in ihrem Leben eine kontemplative Seite aufzuschlagen. Die neue italienische Selige lebte von 1894 bis 1948. Von Beginn ihres Ordenslebens an hatte sie schwere Krankheiten zu tragen, die schließlich zu ihrem Tod führten.

Der Erzbischof von Neapel, Kardinal Crescenzio Sepe, der der Eucharistiefeier zur Seligsprechung vorstand, erläuterte in der Predigt: „Sie war von einer schweren Form von Tuberkulose betroffen, durch die sie auch gelähmt wurde.“

Schwester Maria Giuseppina wurde später auf die Fürsprache des heiligen Franz Xaver geheilt, der ihr in einem Traum erschienen war. Nach diesem Traum wurde eine Reliquie seines Armes zu ihr in die Klosterzelle gebracht. Unmittelbar danach wurde sie dazu berufen, im Empfangszimmer des Ordens zu arbeiten.

„Sie war Kardinal Ascalesi gehorsam, der ihr vorschlug, Priester, Seminaristen und Laien aus allen sozialen Schichten zu empfangen“, so Kardinal Sepe. Diese Begegnungen hätten den Zweck gehabt, „das Licht Christi in alle Seelen ausstrahlen“ zu lassen. „Ihr abgeschiedenes Leben war keine Begrenzung“, sondern vielmehr eine wunderbare Gelegenheit, „in den Herzen der Menschen das Licht der Hoffnung zu entzünden“.

Die Kraftquelle dieses fruchtbaren Apostolats sei „die vollkommene Einheit der seligen Maria Giuseppina mit dem gekreuzigten Jesus“ gewesen, die Verbundenheit „mit dem Geliebten, der sie mit Liebe erfüllte und der sie auch in ihren Leiden freundlich sein ließ“.

Kardinal Saraiva Martins betonte in seiner Botschaft: „Die Kirche in Neapel ist dem Karmel als Ort und Schule der Heiligkeit heute vieles schuldig - nicht nur, weil eine seiner früheren Töchter zur Ehre der Altäre erhoben worden ist, sondern auch im Hinblick auf den Ruf der allgemeinen Berufung zur Heiligkeit.“

Papst Paul VI. hatte im Jahr 1973 zu den Karmelitinnen gesagt, dass sie „Kinder der Heiligen“ seien, und Kardinal Martin sagte diese Worte zu allen Bewohnern Neapels: „Liebe Bewohner Neapels! Auch ihr seid Kinder der Heiligen. Von ihnen lernen wir, zu den himmlischen Gegebenheiten aufzuschauen, zum Horizont der Hoffnung, ohne die Mitarbeit am Aufbau der Welt zu vernachlässigen. Das betrifft auch die dringenden und Besorgnis erregenden Probleme.“

Von der Lehre der seligen Maria hob der Vertreter des Heiligen Vaters besonders „das unvermeidliche Bedürfnis eines jeden Christen nach der kontemplativen Dimension des Lebens“ hervor. Diesbezüglich bekräftigte er: „Je mehr wir den Herrn in der Mitte seiner Heiligen betrachten, je mehr wir in eine lebendige Gemeinschaft mit ihm eintreten, umso mehr Hoffnung werden wir haben, um die Welt um uns herum zu verbessern und zu verändern.“

Der Ausspruch der neuen Seligen: „Ich brenne danach, den Willen Gottes zu erfüllen“, der das ganze Leben von Maria Giuseppina zusammenfasse, könne für jeden Christen eine Inspiration sein.

Kardinal José Saraiva Martins überbrachte zum Abschluss den apostolischen Segen und Gruß des Heiligen Vaters, der die Kirche in seinem Herzen trage und sie als erster Diener unter den Dienern Gottes weiterführe.

Von Marta Lago; Übersetzung von Juliana Abado und Dominik Hartig