Italienische Ordensgründerin Maria Maddalena Starace selig gesprochen

Christus stand in ihrem Leben „an erster und an letzter Stelle“

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CASTELLAMMARE DI STABIA, 19. APRIL 2007 (ZENIT.org).- Im Leben der italienischen Ordensgründerin Maria Maddalena vom Leiden Jesu (Constanza Starace) sei Jesus an „erster und an letzter Stelle“ gestanden, hob Kardinal José Saraiva Martins, Präfekt der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse, letzten Sonntag in seiner Predigt anlässlich ihrer Seligsprechung in der Kathedrale von Castellammare di Stabia hervor.



Constanza Starace wurde am 5. September 1845 geboren. Fünf Jahre später kamen die vom heiligen Vinzenz von Paul gegründeten Barmherzigen Schwestern in ihren Geburtsort Castellammare, um sich der Kranken anzunehmen, ein Waisenhaus zu bauen und eine Pension für Kinder zu eröffnen. Constanza Starace wurde dort aufgenommen und entschied sich Jahre später, ihr Leben ganz dem Herrn zu weihen.

Aus gesundheitlichen Gründen musste sie mehrmals zu ihrer Familie zurückkehren. Ihr Beichtvater hatte ihr den Empfang der täglichen Kommunion erlaubt, was in der damaligen Zeit ohne ausdrückliche Erlaubnis nicht möglich war. Im Alter von 15 Jahren erhielt sie von ihm die Zustimmung, sich Gott zu weihen. Von nun an nannte sie sich Schwester Maria Maddalena vom Leiden Jesu.

Als mehrere Choleraepidemien Castellammare trafen, gründete sie 1869 das Institut der „Suore Compassioniste Serve di Maria“, das zwei Jahre später die offizielle Anerkennung erhielt.

Das Charisma dieser Ordenskongregation lässt sich in vier Kernpunkten zusammenfassen: „Gott in jedem Bruder und jeder Schwester lieben; die Bestrebungen einer jeden Person teilen; wie Maria mit Liebe, Gebet und Opfer am Erlösungswerk Christi in der Welt teilnehmen; mit Maria am Fuß der unzähligen Kreuze der Menschen sein, wo Christus immer wieder gekreuzigt wird.“ 1893 wurde der Orden offiziell dem Orden der Dienerinnen Mariens angegliedert.

Schwester Maria Maddalena vom Leiden Jesu starb am 13. Dezember 1921 an einer Lungenentzündung.

Kardinal Saraiva betonte in seiner Predigt am Barmherzigkeitssonntag, dass Gott im Zentrum des Lebens der Ordensfrau gestanden sei. Maria Maddalena „leitete ihr Institut am Altar kniend und sprach zuallererst mit dem Herrn über das Leben einer jeden Gründung und die persönlichen Probleme ihrer Töchter“.

Ihr Einsatz habe auf der Überzeugung basiert, dass „wahre Glückseligkeit beim Helfen älterer Menschen, bei der Erziehung der Jugend, bei der Selbsthingabe an jene, die Hilfe und Trost benötigen, in direktem Verhältnis steht zur persönlichen Heiligwerdung, der tiefen Einheit mit Gott“.

Kardinal Saraiva Martins hob hervor, dass all diese Themen in der Enzyklika Deus caritas est von Papst Benedikt XVI. behandelt werden, weil sie auf der „Vorrangstellung der Nächstenliebe im christlichen Leben und in der Kirche“ gründen. Zeugen dafür seien die Heiligen, „die das zu ihrem Leben machten – mit tausenden unterschiedlichen Schattierungen: eine Hymne an Gott, der Liebe ist“.

Als wesentliche Bestandteile des Lebens der Seligen nannte der Kurienkardinal „die Waffe des Gebets, die Annahme des Kreuzes und die Hingabe an den Willen Gottes“. Und er fügte hinzu: „Lernen wir von ihr, unseren Blick nach oben zu wenden, auf den, der der Erste und der Letzte ist, der Lebendige.“ Die neue Selige aus Italien „gab ihr Leben für die Armen, die Kinder und die Alten, und sie lehrte ihre Töchter im Geist [Christi] in der Überzeugung, dass das der einzige Weg sei, um auf Erden glücklich zu leben“.