Italienische Vereinigung für Blutspenden "Fratres" bei Papst Franziskus

Wer leidet braucht die Liebe Jesu

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 246 klicks

Am Samstag empfing Papst Franziskus etwa 30.000 Mitglieder der italienischen Vereinigung für Blutspenden „Fratres“ auf dem Petersplatz zu einer Audienz. „Fratres“ ist eine Vereinigung mit christlicher Inspiration, bei der die Bedeutung der Spende als Geste der Solidarität und Großzügigkeit im Zentrum steht. In seiner Ansprache sagte Papst Franziskus vor den Anwesenden, man könne beim Anblick von Armut nicht ein bloßer Zuschauer bleiben, sondern müsse ein Zeichen der Nähe zu Gott setzen. Er nahm eine Aussage von Johannes Paul II. zum Anlass, um erneut zu betonen, dass die Vereinigung für eine Kultur des Mitgefühls stehe, und ging auf die Bedeutung der Barmherzigkeit an.

„Euer gesamter Dienst gewinnt einen Sinn und eine Form aufgrund dieses Wortes: Barmherzigkeit, auf Latein „Misericordia“; ein Wort, dessen Bedeutung „miseris cor dare“ ist, „das Herz den Armen geben“, denen die bedürftig sind, denen die leiden. Das ist es, was Jesus gemacht hat: Er hat sein Herz dem Leiden des Menschen geöffnet. Das Evangelium ist reich an Episoden, die die Barmherzigkeit Jesu zeigen, die Gnade seiner Liebe für die Leidenden und Schwachen.“

Papst Franziskus sagte, die Evangelien zeigten, was Nähe, Güte und Zärtlichkeit sei, und forderte dazu auf, diesem Beispiel zu folgen. So solle jedes Wort, jede Geste und das ganze Verhalten Solidarität ausdrücken, man dürfe nicht zu einem Zuschauer der Armut werden.

„Zu viele Worte, zu viele Worte, zu viele Worte, aber es geschieht nichts! Das ist ein Risiko! Es ist nicht eures, ihr arbeitet, arbeitet gut, gut! Aber es gibt dieses Risiko… Wenn ich manchmal Gespräche zwischen den Menschen höre, die die Statistiken kennen: ‚Was für eine Barbarei, Vater! Was für eine Barbarei, was für eine Barbarei‘. ‚Was tust du gegen diese Barbarei?‘ ‚Nichts! Ich rede!‘ Und das macht nichts wieder gut! Worte haben wir viele gehört! Was gebraucht wird, ist tätig werden, euer Werk, das christliche Zeugnis, zu den Leidenden gehen, sich nähern, wie Jesus es getan hat“.

Jeder solle so wie Jesus bei den Armen verweilen, so der Papst weiter.

„Die Tätigkeit eurer Vereinigung ist von den sieben Werken der Barmherzigkeit inspiriert, die ich gerne wiederholen möchte, denn es wird gut tun, sie ein weiteres Mal zu hören: den Hungernden zu essen geben, den Dürstenden zu trinken geben, die Nackten ankleiden, die Pilger beherbergen, die Kranken besuchen, die Gefangenen besuchen, die Toten begraben. Ich ermutige euch, mit Freude euren Weg weiterzugehen und ihn mit demjenigen Christi übereinstimmen zu lassen, damit alle euch begegnen können und auf euch zählen können.“