Italiens Bischöfe rufen zur Stimmenthaltung bei Referendum über Embryonenforschung auf

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ROM, 16. März 2005 (ZENIT.org).- Erneut haben die italienischen Bischöfe die Gläubigen dazu eingeladen, sich beim kommenden Referendum über die Gesetzesänderung zur In-vitro-Fertilisation und zur Forschung mit menschlichen Embryonen der Stimme zu enthalten.



Damit soll ein "doppeltes 'Nein'" zu jeder inhaltlichen oder formalen Änderung des bestehenden Gesetzes ausgedrückt werden, erklärte Bischof Giuseppe Bertori im Rahmen einer am Dienstag abgehaltenen Pressekonferenz im Anschluss eines Treffens des ständigen Rates der italienischen Bischofskonferenz.

"Der von der Kommission für Wissenschaft und Leben gemachte Vorschlag, sich der Stimme zu enthalten, ist die logischste und wirksamste Art, diese Zurückweisung auszudrücken. Diese Meinung teilen die Bischöfe", so der Bischof.

Das umstrittene Referendum, für dessen Abhaltung noch kein Datum festgesetzt worden ist, sieht folgende vier Gesetzesänderungen vor: die Aufhebung der Beschränkungen für die klinische und experimentale Forschung mit menschlichen Embryonen; die Aufhebung jener Bestimmung, die besagt, dass höchstens drei Embryonen im Verfahren der In-vitro-Fertilisation "produziert" werden dürfen; die Abschaffung der derzeit gesetzlich anerkannten Rechte für das ungeborene Embryo seit Beginn der Empfängnis sowie die Aufhebung des Verbots für die so genannte heterologe Befruchtung (mit dem Samen eines Dritten). Damit das Referendum in Italien Gültigkeit besitzt, müssen mindestens 50% aller Wahlberechtigten daran teilnehmen.

Die Kirche ist fest davon überzeugt, dass grundlegende Angelegenheiten, darunter auch das Recht auf Leben von der Empfängnis bis zum Tod, nicht von der Meinung der Bevölkerungsmehrheit abhängen.