Ja zu gesellschaftspolitischem Engagement: Benedikt XVI. empfängt die Mitglieder der italienischen Bischofskonferenz

Aufruf zur Verkündigung und zu Intensivierung der Katechese

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ROM, 24. Mai 2007 (ZENIT.org).- Papst Benedikt XVI. hat die Mitglieder der in Rom tagenden Italienischen Bischofskonferenz dazu ermutigt, ihren gesellschaftspolitischen Einsatz in Italien fortzusetzen.



Die Kirche in Italien trage als „Kirche des Volkes“ wesentlich zur Einheit der Nation dar, betonte der Heilige Vater, der zugleich die Stellungnahme der italienischen Bischöfe zum Problem der geplanten neuen Gesetzgebung zu eheähnlichen Gemeinschaften in Italien begrüßte. Den am 12. Mai stattgefundenen und von den Bischöfen geförderten „Tag der Familie“ („Family Day“) würdigte Benedikt XVI. als „außerordentliches Fest des Volkes, das bestätigt hat, dass die Familie im Herzen und im Leben der Italiener verankert ist“. Er befürworte jede Initiative des Staates, die auf das Wohl der Familie ausgerichtet sei.

In seiner Ansprache bekräftigte der Papst, in seiner Gewissheit bestätigt worden zu sein, dass der Glaube in Italien zutiefst verwurzelt und Volksgut ist. Die Kirche sei eine Wirklichkeit, die den Menschen und den Familien in sehr feinfühliger Weise nahe stehe.

Das positive Gesamtbild ließe allerdings auch einige Schwierigkeiten erkennen. „Wir nehmen täglich das Gewicht einer Kultur wahr, die vom sittlichen Relativismus geprägt, arm an Sicherheiten und demgegenüber reich an nicht selten ungerechtfertigten Forderungen ist“. Darüber hinaus zeige sich, dass die christlichen Bildung durch eine substanziellere Katechese zu intensivieren sei. In diesem Zusammenhang verwies der Bischof von Rom auf die Bedeutung des Kompendiums des Katechismus der katholischen Kirche.

Benedikt XVI. rief die italienischen Bischöfe zu einer artikulierten, aber einheitlichen Evangelisierung auf, da es immer um die Verkündigung desselben Jesus Christus gehe. Diese Verkündigung richte sich an alle; auch an jene, „die sich vom Glauben entfernt haben und dem Druck jener säkularisierenden Tendenzen ausgesetzt sind, die die Gesellschaft und die Kultur Italiens beherrschen möchten“.

Nach Worten des Papstes entspringen dem Mysterium Jesu Christi die Einzigkeit und die Heil bringende Universalität der christlichen Offenbarung und somit die unverzichtbare Aufgabe, Jesus Christus – den Weg, die Wahrheit und das Leben – allen Menschen nahe zu bringen.

Benedikt XVI. hob hervor, dass die Bischöfe eine „klar umrissene Verantwortung“ hätten, die sich nicht nur auf ihre Ortskirchen beziehe, sondern auch „auf die ganze Nation“. Diese Pflicht sei durch die Veröffentlichung der Stellungnahme der Bischöfe zur geplanten Gesetzgebung zu eheähnlichen Gemeinschaften in Italien klar hervorgetreten. In diesem Zusammenhang würdigte der Papst den jüngst stattgefundenen Tag der Familie, der auch von vielen Nichtkatholiken begangen wurde. Diese Manifestation „hat mit Sicherheit dazu beigetragen, für alle jene Bedeutung und jene Rolle der Familie in der Gesellschaft sichtbar zu machen, die es besonders nötig hat, heute verstanden und anerkannt zu werden – angesichts einer Kultur, die sich der Illusion hingibt, das Glück der Menschen durch eine einseitige Hervorhebung der Freiheit der Einzelpersonen zu fördern“.

Zum Schluss seiner Ansprache kam der Papst auf die Initiativen zur Vorbereitung des nächsten internationalen Weltjugendtages 2008 in Sydney (Australien) zu sprechen: „Wir wissen, dass die christliche Bildung der neuen Generationen die vielleicht schwierigste, aber höchst wichtige Aufgabe ist, vor die sich die Kirche gestellt sieht.“