Jeanne de Valois (1564-1505)

Ordensgründerin und Heilige

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 151 klicks

Jeanne de Valois wurde am 23. April 1464 in Nogent-le-Roy in der Nähe von Paris geboren. Sie war eine Tochter König Ludwigs XI. von Frankreich und wurde im Alter von nur 12 Jahren, am 8. September 1476, mit ihrem Cousin Ludwig von Orléans verheiratet. Nachdem ihr Mann 1498 König Ludwig XII. von Frankreich geworden war, wurde die kinderlose Ehe annulliert. Jeanne zog sich daraufhin nach Bourges zurück, wo sie mit der Hilfe Franz von Paolas den Orden der französischen „Annunziatinnen“ gründete, dem sie auch selbst beitrat. Der Ordensname geht auf die Verkündigung des Engels an Maria und ihre Antwort auf dessen Botschaft zurück: „Siehe ich bin die Magd des Herrn, mir geschehe nach Deinem Wort“ (vgl. Lk 1,26–38).

Der Orden wurde 1501/02 von Alexander VI. anerkannt. 1503 legte Johanna von Valois das Gelübde ab und nahm den Ordensnamen Gabriela Maria an. Nur zwei Jahre später, am 4. Februar 1505, starb sie und wurde in Bourges beigesetzt. 1950 erfolgte ihre Heiligsprechung durch Papst Pius XII.

Nach dem Tod der Ordensgründerin breitete sich der Orden, von Bourges ausgehend, in ganz Frankreich, Belgien, Deutschland und den Niederlanden aus. Ende des 18. Jahrhunderts verfügten die Annunziatinnen über 54 Klöster. Nach der Säkularisation wagten im 19. Jahrhundert einige Annunziatinnen in Frankreich, Belgien und Großbritannien einen Neuanfang. Auch heute noch ist für die Annunziatinnen die marianische Spiritualität kennzeichnend. Zehn Tugenden, die Maria auszeichnen, stehen dabei im Mittelpunkt: Reinheit, Vorsicht (Weisheit), Demut, Glaube, Frömmigkeit, Gehorsam, Armut, Geduld, Nächstenliebe und Mitleid.