Jeder von uns braucht eine Neuevangelisierung
Papst empfängt US-amerikanische Bischöfe zum Ad-limina-Besuch
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VATIKANSTADT, 28. November 2011 (ZENIT.org). – Die US-amerikanische Kirche steht vor großen Herausforderungen und eine Neuvangelisierung sei nötiger denn je, auch in Nordamerika. Mit dieser Botschaft empfing Papst Benedikt XVI. die Bischöfe aus den USA, die gestern dem Vatikan ihren Ad-limina-Besuch abstatteten.
Der Heilige Vater eröffnete seine Ansprache, indem er an seinen Pastoralbesuch von 2008 in den USA erinnerte, der unter anderem zum Ziel hatte, „die Katholiken Amerikas in einer Zeit der Skandale und Desorientierung durch die sexuellen Missbräuche der letzten Jahrzehnte zu ermutigen.“
Der Papst drückte seine konkrete Hoffnung aus, dass „die bewussten Bemühungen der Kirche, sich mit dieser Gegebenheit auseinanderzusetzen, vielen Gemeindemitgliedern helfen können, die Ursachen, die tatsächliche Verbreitung und die verheerenden Folgen der sexuellen Missbräuche zu erkennen und so dieser alle Gesellschaftsschichten betreffenden Geißel entgegenzuwirken.“
Zudem hat er sich gewünscht, dass auch andere Einrichtungen ebenso wie die Kirche ausnahmslos strenge Maßnahmen in die Wege leiten. Eine weitere Überlegung während seines Besuchs im Jahr 2008 habe den „dramatischen sozialen und religiösen Veränderungen gegolten“, die sich in Amerika abspielten und mehr denn je eine neue Evangelisierung benötigten.
Hierzu erinnerte Benedikt XVI. daran, dass viele der anwesenden amerikanischen Bischöfe schon im Jahr 2008 ihre Besorgnis über eine immer „stärker säkularisierte Gesellschaft“ ausgedrückt hätten.
Der amerikanische Episkopat „verzeichnet einen langsamen Zusammenbruch der intellektuellen, kulturellen und moralischen Grundlagen und ein wachsendes Gefühl der Ratlosigkeit und Verwirrung, vor allem unter den Jugendlichen, die radikalen sozialen Veränderungen gegenüberstehen“, fügte der Papst hinzu.
Hoffnungsträger seien die „zahlreichen Menschen guten Willens“, die weiterhin der Weisheit der Kirche vertrauten, trotz der vielen Versuche, die Stimme der Glaubenslehre zum Schweigen zu bringen.
Auf jeden Fall aber könne man die Zeit, in der wir leben, mit positiven Attributen beschreiben, in dem Maße, in dem die amerikanischen Bischöfe in der Lage seien, ihre Lehre weiter zu verbreiten und in aller Bescheidenheit, aber mit Nachdruck, die gesellschaftliche Moral zu verteidigen und eine Botschaft der Hoffnung zu bieten, die fähig ist, den Geist und die Herzen der befreienden Wahrheit zu öffnen.
Es gebe aber noch weitere Herausforderungen für die angloamerikanische Kirche. Der Papst erinnerte an die Hindernisse, die eine säkularisierte Kultur für Gläubige darstellten sowie an den Zynismus einer Gesellschaft, die ihre Wurzeln verloren zu haben scheine in einer Welt, in der die Liebe zu Gott aus vielen Herzen gewichen sei.
Die Evangelisierung dürfe also nicht als eine Verpflichtung „ad extra” betrachtet werden, ermahnte der Papst, sondern im Gegenteil, „wir selber sind die ersten, die einer erneuten Evangelisierung bedürfen. Und nur durch eine innere Erneuerung werden wir in der Lage sein, unterscheiden zu können und die geistigen Bedürfnisse unserer Epoche mit der zeitlosen Wahrheit des Evangeliums zu vereinen“, fügte der Papst hinzu.
Benedikt XVI. drückte außerdem seine Anerkennung für die Fortschritte der amerikanischen Bischöfe aus, sowohl individuell wie auch als Bischofskonferenz. Vor allem was die eben erwähnten Herausforderungen betreffe und die Zusammenarbeit, um z.B. Dokumente über die Glaubensangehörigkeit und die Institution der Ehe anzufertigen.
Dankesworte des Papstes galten außerdem der Überarbeitung der Übersetzung des Messbuchs, das die Katechese inspiriere und die eigentliche Natur der Liturgie hervorhebe sowie auch den einzigartigen Wert des Opfers, das Jesus Christus zur Erlösung der Welt gebracht habe.
Zum Schluss erinnerte der Papst die amerikanischen Bischöfe noch daran, dass die Erneuerung der kirchlichen Lehre in ihrem Land an die Wiederherstellung einer geteilten Ansicht und Missionsgeist von Seiten der gesamten katholischen Glaubensgemeinschaft gebunden sei. Man sehe an den Bemühungen, die Kommunikation, den Austausch und die Verbreitung der Lehre in den einzelnen lokalen Kirchen zu verstärken, dass dieses Thema ihnen besonders am Herzen liege.
Benedikt XVI. hob zudem die Bedeutung der katholischen Universitäten hervor und die Zeichen eines erneuerten Bewusstseins über ihre ihrer kirchlichen Mission, wie sie die Diskussionen zum 10-jährigen Jubiläum der Apostolischen Konstitution „Ex Corde Ecclesiae“ charakterisierten.
[Übersetzung aus dem Italienischen von Cora Ebeling]


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