Jeremias Kotist aus der Walachei (1556-1625)

Minoritenbruder und erster rumänischer Seliger

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 200 klicks

Jeremias Kotist aus der Walachei wurde am 29. Juni 1556 in Tzazo in Rumänien geboren. Seine Eltern waren katholische und fromme Bauern. Johannes, auf diesen Namen hatten die Eltern ihren Erstgeborenen getauft, erhielt eine religiöse Erziehung und fühlte sich schon in jungen Jahren in besonderer Weise zu einem Leben für Gott berufen. Im Alter von 18 Jahren machte er sich auf den langen Weg, um nach Italien zu pilgern. Er überquerte die Karpaten, gelangte schließlich nach Siebenbürgen, wo er beinahe zwei Jahre blieb und sich Geld als Arbeiter verdiente. Von dort führte Johannes die Reise weiter nach Dalmatien, wo er in Dubrovnik auf ein Boot nach Bari umstieg. In Bari angekommen, fand er eine Anstellung bei einem Apotheker. Nach einem Jahr zog er weiter nach Neapel, wo er in der Fastenzeit 1578 ankam. 

In Neapel trat Johannes den Minoritenbrüdern der Kapuziner bei. Im Mai 1578 erhielt er im Konvent von Sessa Aurunca bei Caserta den Namen Jeremias. Ein Jahr später legte er die Profess ab.

In den folgenden Jahren, von 1579 bis 1584, war er in verschiedenen Häusern mit unterschiedlichen Tätigkeiten betraut. Ab 1585 lebte und arbeitete Jeremias im Kloster Sant'Eframo Nuovo in Pozzuoli, wo er sich bis zu seinem Tod liebevoll um die Armen und Kranken kümmerte und Gaben für sie erbettelte. Jeremias war bei den Menschen für seine immense Nächstenliebe bekannt.

Am Abend vor Mariä Himmelfahrt im Jahre 1608 hatte Jeremias eine Marienerscheinung. Als sich die Kunde davon verbreitete, ließ Prinzessin Isabella Della Rovere Drucke mit der Darstellung der Madonna, die Jeremias erschienen war, erstellen. Jeremias aber fühlte sich in seiner Arbeit für die Armen und Kranken nur bestärkt: „Selbst meine Augen würde ich für die Armen geben, denn ihre Gebete sind einfach und demütig und die Jungfrau findet an ihnen großes Gefallen; sie nimmt die Gebete der Armen an.“

Jeremias starb am 5. März 1625 an einer schweren Lungenentzündung, die er sich auf dem Rückweg von einem Krankenbesuch zugezogen hatte. Seine sterblichen Überreste ruhen in der Kapuzinerkirche am Corso Vittorio Emanuele 730 in Neapel. Der Seligsprechungsprozess war bereits im September desselben Jahres eingeleitet worden. Seine Seligsprechung erfolgte am 30. Oktober 1983 durch Johannes Paul II.

Der selige Johannes Paul II. bezeichnete Jeremias Kotist aus der Walachei als Brückenbauer zwischen den Völkern und den christlichen Kirchen. Der neue und erste Selige Rumäniens möge dazu beitragen, „den Frieden zwischen den Nationen und die Einheit der Christen zu fördern, wobei er mit seinem Beispiel den Weg zeigt: eifrige Nächstenliebe für die Brüder.“