Jerusalem: Vertreter aller Religionsgemeinschaften bitten um Respek für den sakralen Charakter der Heiligen Stadt

Kundgebung von „World Pride“ soll verlegt werden

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JERUSALEM, 26. Oktober 2006 (ZENIT.org).- Erzbischof Pietro Sambi, Apostolischer Nuntius im Heiligen Land, hat die für Anfang November geplante Massenkundgebung von „World Pride“ in Jerusalem als „Provokation“ zurückgewiesen.



Die Stadtverwaltung der Heiligen Stadt hatte in der Vergangenheit keine Bedenken gegen den Aufbau eines internationalen Begegnungszentrums der internationalen Vereinigung für Homosexuelle gezeigt und für die geplante Veranstaltung keinerlei Einschränkungen vorgesehen.

Bei einer interreligiösen Pressekonferenz in der israelischen Hauptstadt hatten die beiden Oberrabbiner Yona Metzger und Schlomo Amar bereits im Sommer darum gebeten, die Kundgebung und damit eine „Beleidigung Jerusalems“ zu unterlassen. Es gebe schon genügend Spannungen in Jerusalem, hatten sie bekräftigt.

Proteste gab es jetzt auch von islamischer und jüdischer Seite: Rabbiner und auch der Sprecher der muslimischen Vereinigung in Frankreich, Hassan Farsadou, hat sich den Bedenken öffentlich anschlossen und gemeinsam mit anderen Religionsvertretern die israelischen Autoritäten dazu aufgefordert, die Veranstaltung zu untersagen. Zugleich wurde der volle Respekt für alle, die teilnehmen wollen, unterstrichen.

Der aus Nazareth stammende Lateinische Patriarch, Erzbischof Michel Sabbah, hatte seinerseits gebeten, „das nächste Mal zusammenzukommen, um über den Frieden und nicht über eine Manifestation zu reden, die gegen die Heiligkeit Jerusalems gerichtet ist".

Auch die Vertreter des armenischen sowie des griechisch-orthodoxen Patriarchats schlossen sich den Bedenken an, die der muslimische Scheich Abed el Salam Menasra geäußert hatte. Er hatte bei einer gemeinsamen Pressekonferenz unterstrichen, dass Jerusalem den „Jahud“ (Juden), den „Messianern“ (Christen) und dem Islam gleichermaßen heilig sei. Die Stadt dürfe nicht entweiht werden.