Jerzy Popiełuszko (1947-1984)

Priester, Märtyrer und Seliger

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 429 klicks

Jerzy Popieluszko wurde am 14. September 1947 in Okopy im Osten Polens geboren. Er stammte aus einer einfachen Bauernfamilie. Nach dem Studium der Philosophie und Theologie empfing er am 28. Mai 1972 in Warschau die Priesterweihe. Er war in der Kinder- und Jugendarbeit und später in der Seelsorge tätig. Außerdem war er in der polnischen Arbeiterbewegung aktiv, die er mit Messen unterstützte. Als Kaplan war er ein Anhänger der Gewerkschaft Solidarność. Um den Arbeitern eine bessere Ausbildung und Verhandlungsbasis zu vermitteln, ließ er sie in verschiedenen Fächern unterrichten.

In seinen Predigten richtete er sich offen gegen die kommunistische Regierung und das am 13. Dezember 1981 über Polen verhängte Kriegsrecht. Ab dem 18. Februar 1982 feierte er regelmäßig Messen für das Vaterland, in denen er sich kritisch gegenüber der Politik der polnischen Regierung äußerte. Deshalb wurde er 1983 erstmalig verhaftet, 1984 vielfach zum Verhör vorgeladen, bis er am 19. Oktober 1984 schließlich von Agenten des polnischen Geheimdienstes „Służba Bezpieczeństwa“ aus seinem Wagen verschleppt wurde. Er wurde anschließend von den Agenten gefoltert und nach mehreren verzweifelten Fluchtversuchen in einem mit Steinen beschwerten Sack im Weichsel-Stausee bei Włocławek versenkt, ohne dass die Agenten vorher überprüft hätten, ob Jerzy Popieluszko zu diesem Zeitpunkt noch lebte.

Jerzy Popiełuszko wurde am 3. November 1984 bestattet. An der Beerdigung nahmen 600.000 Menschen teil. Sein Grab besuchte der heilige Johannes Paul II. am 14. Juni 1987 während seines Besuchs in Polen. Der Seligsprechungsprozess wurde am 8. Februar 1998 eingeleitet. Jerzy Popiełuszko wurde am 6. Juni 2010 seliggesprochen.