Jesuit Peter Faber heilig erklärt

Papst Franziskus wählt Verfahren der sogenannten "gleichwertigen Kanonisierung"

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 329 klicks

Im Anschluss an eine Audienz am Dienstag, dem Geburtstag von Papst Franziskus mit dem Präfekten der Kongregation für Heiligsprechungen, Kardinal Angelo Amato, gab der Vatikan bekannt, dass der Pontifex Pater Peter Faber für heilig erklärt hat. Pater Faber gehörte mit Ignatius von Loyola und Franz Xaver zu der Gründergeneration des Ordens der Jesuiten und wurde von Papst Franziskus mehrmals als Vorbild genannt. Er war der erste Jesuit in Deutschland und studierte gemeinsam mit Loyola und Xaver, wohnte sogar mit ihnen gemeinsam in einem Studienkolleg. Der Pontifex wählte das sogenannte „gleichwertige Verfahren“, das bereits von Benedikt XVI. praktiziert wurde und bei dem es keine eigene Heiligsprechung gibt, sondern die entsprechende Person direkt in den Heiligenkalender aufgenommen wird.

Während Ignatius von Loyola und Franz Xaver zu bekannten Heiligen wurden, blieb Peter Faber unerklärlicherweise weitestgehend unbekannt. In einem Interview mit der Zeitung „Civiltà Cattolica“ und auch in seiner Schrift „Evangelii Gaudium“ betonte Papst Franziskus, dass Faber eines der wichtigsten Vorbilder für ihn sei, und in dem Lehrschreiben zur Reform der Kirche und dem geistlichen Leben bezieht er sich direkt auf ihn. Wie die gesamte erste Generation des Ordens der Jesuiten genannt wurde, sei er ein „Reform-Priester“.

Gegenüber Radio Vatikan sagte der in Frankfurt am Main lebende Kirchenhistoriker und Jesuitenpater Klaus Schatz, bei seinen wenigen Einsätzen in Deutschland habe Faber in Worms, Regensburg, Mainz und Köln einen lebendigen Katholizismus vorgefunden, jedoch habe es auch eine große Reformbedürftigkeit gegeben. Im Zuge der Reformation hätten konfessionelle Verhärtungen bereits Form angenommen; der Dialog zwischen den Parteien sei immer schwieriger geworden.

Bei seinen nicht geplanten Deutschlandaufenthalten war er bei den Religionsgesprächen in Worms 1540 und Regensburg 1541 anwesend und wurde mit den Resten des Katholizismus in Deutschland konfrontiert. Er habe erkannt, dass Individualseelsorge und seine Exerzitien, für die er sehr berühmt war und ist, der Weg zu einer Lösung gewesen seien, so Schatz. Die Exerzitien seien die Antwort Fabers auf die Herausforderungen durch Krise und Reformation gewesen. Für Peter Faber sei die entscheidende Antwort auf die Reformation nicht im Theologischen zu suchen gewesen, sondern in der Reform und Besinnung auf das Eigentliche, so Schatz weiter.

Das Neue der Exerzitien von Peter Faber sei nicht nur das Meditieren von Geistlichem gewesen, sondern das Ausrichten auf eine Reform des eigenen Lebens. Die Fragestellung, die dahinter gestanden habe, sei gewesen: Was muss sich in meinem Leben ändern, wenn ich als überzeugter Christ leben will? Schatz unterstrich, dass dies jedoch nicht die Spiritualisierung des Reformproblems bedeutet habe. Vielmehr gehe es um die innere Erneuerung eines jeden, ein Ansatz, der von Papst Franziskus immer wieder aufgenommen wird.