Jesuitenorden tief enttäuscht über Moskauer Urteilsspruch

Weiterhin Zweifel über die Ermordung zweier Priester

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ROM/MOSKAU, 4. September 2009 (ZENIT.org).- Tief enttäuscht seien die Jesuiten der Region Russland wie auch alle anderen Jesuiten in der Welt über den Urteilsspruch angesichts des Mordes ihrer beiden Mitbrüder, heißt es in einer Erklärung des Pressebüros der Generalkurie der Jesuiten. Viele sind davon überzeugt, dass im Fall der Ermordung von P. Otto Messmer der Gerechtigkeit nicht Genüge getan wurde (ZENIT berichtete).

Daher erwägt der Orden zusammen mit seinen Anwälten, welche weiteren Schritte unternommen werden könnten, um Klarheit zu schaffen.

Zwar seien die zweideutigen Versionen des Angeklagten über Motive und Umstände des Mordes an P. Victor Betancourt in angemessener Weise von den Geschworenen bewertet worden. „Gleichzeitig kann die Tatsache, dass die Geschworenen die Schuld Michail Orekhovs am Mord an P. Otto Messmer nicht anerkannten, den Eindruck erwecken, dass die im Untersuchungsverfahren gesammelten Beweise nicht hinreichend überzeugend gewesen sind. Es bleibt daher der Zweifel über das gesammelte Beweismaterial und über das Schuldgeständnis seitens des Angeklagten während des Untersuchungsverfahrens bestehen", heißt es von Seiten der Jesuiten.

Die Jesuiten der Region Russland danken all jenen, die sie in ihrer Suche nach Gerechtigkeit unterstützen und ihnen ihr Mitgefühl ausgesprochen haben.

Am 25. August wurde in Moskau das Urteil zum Mord an den beiden Jesuitenpatres Victor Betancourt und Otto Messmer erlassen. Sie waren in der Nacht vom 27. auf den 28. Oktober letzten Jahres in ihrer Moskauer Wohnung umgebracht worden. Die russischen Media hatten wenige Stunden nach Auffindung ihrer Leichen die Nachricht von der Festnahme des Täters verbreitet; es habe sich um einen Psychopathen gehandelt, der bereits zuvor schon wegen anderer Delikte verhaftet worden wäre und den Doppelmord gestanden hätte.

Michail Orekhov wurde zu 14 Jahren erschwerter Haft für den Mord an P.Victor verurteilt, aber des Mordes an P. Messmer freigesprochen, der nach Rückkehr von einer Auslandsreise die Leiche von P. Victor aufgefunden hatte.

Der Angeklagte, der beide Delikte in der Voruntersuchung gestanden hatte, änderte seine Schilderung der Tat während des Prozesses und behauptete, der Doppelmord sei das Werk einer anderen, ihm unbekannten Person. Gemäß der russischen Rechtsordnung wurde der Prozess auf Antrag des Angeklagten vor einem Schöffengericht abgehalten.