Jesus erwartet Mut, um den Hass aufzuhalten

Predigt des Papstes in Santa Marta

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 349 klicks

In seiner Predigt während der heutigen Messe in Santa Marta sagte Papst Franziskus, Jesus lehre die Christen drei Kriterien, um Konflikte zu lösen: Realismus, Kohärenz und Abstammung. Die Predigt des Papstes hatte als inhaltlichen Schwerpunkt die brüderliche Liebe, die Jesus seinen Jüngern beibringt, der Inhalt des heutigen Evangeliums. Zu den drei Kriterien sagte er:

„Erstens, Realismus: gesunder Realismus. Wenn du etwas gegen jemanden hast und du kannst es nicht lösen, kannst keine Lösung finden, dann finde wenigstens einen Kompromiss; aber finde mit deinem Gegenüber immer eine Absprache, bevor du gehst. Es ist nicht die ideale Lösung, aber ein Kompromiss ist trotzdem gut. Das nennt man Realismus.“

Die Fähigkeit, eine Absprache zu treffen, Kompromisse zu schließen, sei sehr wichtig, denn dadurch werde der Hass aufgehalten. Ein weiteres Kriterium sei die Wahrheit, so Papst Franziskus weiter. So sei die schlechte Nachrede tödlich, da sie im Hass verwurzelt sei.

„Heute denken wir, dass man, wenn man den Bruder nicht ermordet, ihn auch nicht tötet; aber nein: Ihn nicht töten bedeutet auch, ihn nicht zu beschimpfen. Die Beschimpfung hat die gleiche Wurzel wie das Verbrechen: Es ist die gleiche. Der Hass. Wenn du keinen Hass in dir hast, und deinen Feind nicht umbringst, deinen Bruder, beschimpfe ihn auch nicht. Aber Beschimpfungen zu suchen ist eine Gewohnheit, die unter uns weit verbreitet ist. Es gibt Menschen die, wenn sie ihren Hass gegenüber einer Person in Worte fassen, geradezu aufblühen, in beeindruckender Weise! Und das ist schlecht. Dieses Schimpfen. Nein, seien wir realistisch. Das Kriterium des Realismus. Das Kriterium der Kohärenz. Nicht töten, nicht beschimpfen.“

Papst Franziskus sagte, das dritte Kriterium sei das der Abstammung: Alle haben den gleichen Vater und man töte nicht seinen Bruder.

„Nicht mit dem Vater sprechen, wenn man nicht im Reinen mit dem Bruder ist. Drei Kriterien: Realismus, konsequentes Handeln – das heißt, niemanden töten, aber auch nicht beschimpfen, denn wer beschimpft tötet, bringt um – und ein Kriterium der Abstammung: Man kann nicht mit dem Vater sprechen, wenn man nicht mit seinem Bruder sprechen kann. Und das bedeutet, die Rechtsprechung der Pharisäer zu überwinden. Ist dieses Programm nicht einfach? Das ist der Weg, den Jesus uns zeigt, um weitergehen zu können. Bitten wir ihn um die Gnade, in Frieden untereinander weitergehen zu können, auch durch Kompromisse, aber immer auf konsequente Weise und im Geist der Abstammung.“