Jesus ist immer bei uns: Benedikt XVI. würdigt standhaften Zeugen Cyrill von Alexandrien

Generalaudienz auf dem Petersplatz

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ROM, 3. Oktober 2007 (ZENIT.org).- „Der christliche Glaube ist vor allem Begegnung mit Jesus: mit einer Person, die unserem Leben einen neuen Horizont gibt“, bekräftigte Papst Benedikt XVI. heute, Mittwoch, während der Generalaudienz auf dem Petersplatz.



Der Heilige Vater, der seine dritte Katechesen-Reihe über die frühchristlichen Kirchenväter fortführte, betrachtete Leben und Lehre des afrikanischen Bischofs Cyrill von Alexandrien (* um 370/80; † 27. Juni 444), der als „Hüter des wahren Glaubens“ betrachtet wird und in der Ostkirche als „Siegel der Väter“ bekannt ist, da er sich in seinen Werken immer auf ältere Kirchenväter beruft, insbesondere auf Athanasius. Nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, dass sich Cyrill damit „willentlich und ausdrücklich in die Tradition der Kirche“ eingefügt habe, „Garant für die Kontinuität mit den Aposteln und Christus“, wurde er von Papst Leo XIII. im Jahr 1882 zum Kirchenlehrer ernannt.

Der „hervorragendste Vertreter der alexandrinischen Christologie“ seiner Zeit verteidigte nach Worten des Papstes unermüdlich die kirchliche Lehre über Jesus Christus als wahren Gott und wahren Mensch und war dabei stets um Einheit und Versöhnung bemüht.

Die klare, unmissverständliche Verkündigung des Glaubens und somit die Aufgabe, „den Glauben des Volkes Gottes zu bewahren“, sei auch heute aktuell, hob Benedikt XVI. hervor. „Der Glaube des Volkes Gottes ist Ausdruck der Tradition; er ist Garant ihrer Lehre. So schreibt er [Cyrill, Anm. d. Übers.] an Nestorius: ‚Man muss dem Volk die Lehre und die Auslegung des Glaubens mit aller Sorgfalt darlegen und bedenken, dass derjenige, der auch nur einen einzigen von den Kleinen, die an Christus glauben, verführt, einer unerträglichen Strafe anheim fällt.‘“

Die Schriften des heiligen Kirchenvaters sind „von erstrangiger Bedeutung“, unterstrich der Bischof von Rom. „Wichtig sind seine Kommentare zu vielen Büchern des Alten und des Neuen Testaments, darunter der gesamte Pentateuch, Jesajas, die Psalmen und die Evangelien nach Johannes und Lukas. Beachtenswert sind auch die vielen Lehrwerke, in denen es wiederholt zur Verteidigung des Dreifaltigkeitsglaubens gegen die arianischen Thesen und die Thesen des Nestorius kommt. Grundlage der Lehre Cyrills sind die kirchliche Tradition und vor allem – wie ich angedeutet habe – die Schriften des Athanasius, seines großen Vorgängers auf dem alexandrinischen Bischofsstuhl.“

Abschließend würdigte Benedikt XVI. den Bischof von Alexandrien als „unermüdlichen und standhaften Zeugen“ Jesu Christi und lenkte die Aufmerksamkeit der 40.000 Audienzteilnehmer auf die Tatsache, dass die Ausführungen des gebildeten Theologen über den Glauben an Jesus-Logos das Bewusstsein vertiefe, dass Jesus auch hier und jetzt gegenwärtig ist.

„Das ist wichtig: Gott ist ewig, er ist von einer Frau geboren worden und bleibt bei uns alle Tage. In diesem Vertrauen leben wir. In diesem Vertrauen finden wir den Weg unseres Lebens.“