Johanna Gräfin von Westphalen: „Wie der Wunsch nach einem gesunden Kind missbraucht wird“

Zur Zulassung der Präimplantationsdiagnostik (PID)

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MESCHEDE, Donnerstag, 7. Juli 2010 (ZENIT.org/Ja zum Leben)- Zur Verabschiedung des Gesetzes zum Gentest und zur Tötung unerwünschter Embryonen nach künstlicher Befruchtung nimmt die Vorsitzende der Stiftung "Ja zum Leben", Johanna Gräfin von Westphalen, Stellung:

 „Die Zulassung der Präimplantationsdiagnostik (PID) durch Mehrheitsbeschluß des Deutschen Bundestages ist ein Schlag gegen das Recht auf Leben. Sie wird die Selektionsmentalität in Deutschland stärken und die Unterscheidung von ‚lebenswertem’ und ‚lebensunwertem’ Leben weiter vorantreiben. Das Recht auf Leben steht dem Menschen nicht mehr als natürliches Menschenrecht zu, sondern es wird aufgrund bestimmter gesundheitlicher Qualitätsstandards zugewiesen. Erfüllt ein Kind, das aus einer künstlichen Befruchtung stammt, im frühen Stadium die Qualitätsstandards nicht, darf es getötet werden. Insbesondere Eltern von behinderten Kindern werden künftig gesellschaftlich in Rechtfertigungsnot geraten, warum sie ihr Kind nicht rechtzeitig haben töten lassen.

Der völlig verständliche Wunsch nach einem gesunden Kind wird durch die Zulassung der PID missbraucht. Eltern mit einer Erbkrankheit werden in Versuchung geführt, solange die künstliche Befruchtung auszuprobieren und solange zu selektieren, bis endlich ein gesundes Kind zur Welt kommt. Daß dieser Weg gepflastert sein wird mit vielen getöteten und abgestorbenen Embryonen, werden die auf Gewinnmaximierung angelegten Reproduktionszentren sicher nicht kommunizieren. Das Menschenrecht auf Leben gilt künftig nur noch für jene, die den zeitbedingten Definitionen des perfektionierten Menschseins entsprechen. Nach Freigabe der Abtreibung und Zeugung auf Probe fehlt nur noch die Zulassung der Euthanasie, um die Unkultur des Todes in Deutschland zu komplettieren.“

Stiftung Ja zum Leben

Haus Laer

D-59872 Meschede