Johannes

Apostel, Evangelist und Märtyrer

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 955 klicks

Johannes, der als vierter von Jesus zum Jünger berufen wurde, war der Lieblingsjünger Jesu (Joh. 20,1-9). Er war beim Abendmahl am Gründonnerstag zugegen, bei der Verklärung, beim Gebet auf dem Ölberg. Jesus vertraute ihm seine Mutter an, er wurde Zeuge des leeren Grabes und erkannte den Auferstandenen am See Genezareth.

Für die frühchristliche Gemeinde war Johannes eine sehr wichtige und prägende Gestalt. Zusammen mit Petrus bewirkte er Heilungen und predigte öffentlich, womit er den Unmut der Autoritäten auf sich zog. Doch Petrus und Johannes setzten ihre Arbeit unerschrocken fort. Nach Paulus bildeten Johannes, dessen Bruder Jakobus und Petrus die Säulen der Urgemeinde.

Umfassend berichtet die Legenda Aurea über das Wirken Johannes' und seine Standhaftigkeit, an seinem Glauben festzuhalten.

In der Zeit der Christenverfolgung unter Kaiser Domitian soll Johannes gefangen genommen und nach Rom verbracht worden sein. Da er während seines Martyriums nicht den Tod erlitt, wurde er nach Patmos verbannt, wo er das Buch der Offenbarung verfasste und 1088 das nach ihm benannte Kloster gegründet wurde.

„Das Buch (der Offenbarung) muß vor dem Hintergrund der dramatischen Erfahrungen der sieben Gemeinden der Provinz Asien (Ephesus, Smyrna, Pergamon, Thyatira, Sardes, Philadelphia, Laodizea) verstanden werden, die gegen Ende des ersten Jahrhunderts große Schwierigkeiten in ihrem Zeugnis für Christus zu bewältigen hatten: Verfolgungen und auch innere Spannungen. An sie wendet sich Johannes mit lebendigem pastoralem Einfühlungsvermögen gegenüber den verfolgten Christen, die er ermahnt, im Glauben standhaft zu bleiben und sich nicht der so starken heidnischen Umwelt anzugleichen. Sein Thema ist im letzten die Enthüllung des Sinns der Menschheitsgeschichte, ausgehend vom Tod und der Auferstehung Christi“, so Papst Benedikt XVI. während der Audienz vom 23. August 2006.

Um 200 wurde über dem Grab des Johannes in Ephesus eine Kirche errichtet, die Kaiser Justinian I. zur Basilika erweiterte. In Rom weihte Papst Hilarius dem Heiligen eines der drei Oratorien im Baptisterium von San Giovanni in Laterano.

Eine Reliquie des Heiligen wird im Kloster Andechs aufbewahrt. Der legendäre Ahnherr der Grafen von Andechs, Graf Rasso, soll von einer Pilgerfahrt in das Heilige Land Reliquien mitgebracht haben, die den Grundstock des sogenannten „Heiltums“ bildeten, nämlich einen Zweig aus der Dornenkrone Christi, ein Stück aus dem „Spottzepter Christi“, eine Kreuzreliquie, einen Teil des Schweißtuchs sowie kostbare Textilreliquien, unter denen sich auch die „Stola“ des Evangelisten Johannes und der Gürtel der Maria Magdalena befinden.