Johannes Chrysostomus (um 354-407)

"Predigen macht mich gesund"

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 421 klicks

„Sowohl das Leben als auch die Lehre des heiligen Bischofs und Kirchenlehrers klingen in allen Jahrhunderten nach und rufen noch heute allgemeine Bewunderung hervor. Die römischen Päpste haben in ihm stets eine lebendige Quelle der Weisheit für die Kirche erkannt und seiner Lehre im Laufe des letzten Jahrhunderts noch größere Aufmerksamkeit entgegengebracht“, so Benedikt XVI. in seinem Schreiben vom 10. August 2007 zum 1600 Todestag von Johannes Chrysostomus.

Johannes Chrysostomus wurde um 354 in Antiochien geboren. Im Jahr 372 ließ er sich taufen und lebte für die nächsten sechs Jahre als Mönch und Einsiedler. Das Eremiten-Dasein musste Johannes jedoch aufgeben, da er schwer erkrankte. So kehrte er in seine Heimatstadt zurück, wo er 381 das Amt des Diakons übernahm. Fünf Jahre später folgte seine Priesterweihe. Bei seiner Tätigkeit zeigte sich schon bald seine besondere Gabe für die Redekunst; die Menschen waren begeistert von seinen mitreißenden Predigten. Ihm gelang es, die mitunter schwer verständlichen theologischen Inhalte auch dem einfachen Volk auf verständliche Weise nahe zu bringen. Daher rührt auch sein Beiname „Chrysostomus“ – „Goldmund“. Insgesamt 700 Johannes Chrysostomus sicher zugeschriebene Predigten sind der Nachwelt überliefert.

„In der alten Kirche zeichnet sich Johannes Chrysostomus dadurch aus, dass er die ‚fruchtbare Begegnung zwischen der christlichen Botschaft und der griechischen Kultur‘ gefördert hat, die ‚eine bleibende Wirkung auf die Kirchen des Ostens und des Westens‘ hatte“, wie Benedikt XVI. in seinem Schreiben über den Kirchenvater formulierte. Johannes Chrysostomus setzte sich vor allem für die Einheit der Christen und den Dialog mit den Nichtchristen ein.

Im Jahr 398 wurde Johannes Chrysostomus zum Patriarchen von Konstantinopel ernannt. Sein besonderes Interesse galt den Armen und Bedürftigen sowie Reformen und der Mission. Er predigte, die christlichen Werte im Alltag zu leben und Nächstenliebe zu üben, und zwar unabhängig von der konfessionellen Zugehörigkeit „Der Notleidende gehört Gott, auch wenn er Heide oder Jude ist. Auch wenn er nicht glaubt, ist er der Hilfe würdig.“ Bei der Bevölkerung erfreute sich der Heilige deshalb größter Wertschätzung. Weniger positiv war jedoch das Verhältnis zum kaiserlichen Hofe, wo er wegen seiner Kritik am ausschweifenden Lebensstil in Missgunst gefallen war, sodass er schließlich 403 seines Amtes enthoben, verbannt, begnadigt, doch bald darauf erneut mit der Verbannung bestraft wurde. Selbst das Intervenieren des westlichen Kaisers hatte keine Umstimmung bewirken können. Auf der beschwerlichen Reise erkrankte Johannes Chrysostomus und starb am 14. September 407 in Komana Pontika. Seine sterblichen Überreste wurden in der Apostelkirche in Konstantinopel beigesetzt; um 1200 wurden sie nach Rom verbracht.

1568 wurde Johannes Chrysostomus von Papst Pius V. zum Kirchenlehrer ernannt; Papst Pius X. erhob ihn 1908 zum Patron der christlichen Prediger.