Johannes Paul II.: Die Charismatische Erneuerung, Geistesgabe an die Kirche

Feiert 30-jähriges Bestehen in Italien

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VATIKAN, 15. März 2002 (ZENIT.org).- Papst Johannes Paul II. feierte am Donnerstag 30 Jahre Charismatische Erneuerung in Italien. Er empfing eine Delegation von Mitgliedern dieser kirchlichen Bewegung die mittlerweile auf der ganzen Welt vertreten ist.



"Ja" rief der Heilige Vater voller Enthusiasmus aus, als er die Charismatiker in Audienz empfing, wie man sie gewöhnlich nennt. "Die Erneuerung im Geiste kann man als ein besonderes Geschenk des Heiligen Geistes an die Kirche unserer Zeit betrachten".

Die Charismatische Bewegung hat in Italien über 200.000 Mitglieder in 1.800 Gemeinschaften oder Gebetsgruppen. Schätzungen zufolge, die Radio Vatikan am Donnerstag zitierte, gibt es heute innerhalb der katholischen Kirche 80 Millionen dieser Gruppe auf der Welt.

Der Heilige Vater dankte insbesondere für den Geist, in dem die Erneuerung in Italien wächst, welche sich durch "Kooperation mit der Hierarchie und mit den Verantwortlichen der anderen Bewegungen, Verbände und Kommunitäten auszeichnet".

"Entstanden in der Kirche für die Kirche, kann man in eurer Bewegung das Licht des Evangeliums und die lebendige Begegnung mit Jesus erfahren sowie die Treue zu Gott durch das persönliche und gemeinschaftliche Gebet, das Lauschen auf Gottes Wort und die Entdeckung der Sakramente sowie den Mut bei Prüfungen und die Hoffnung in der Heimsuchung erfahren".

Der Papst fügte noch hinzu, dass "die Liebe zur Kirche und die Treue zum Lehramt auf einem Weg kirchlicher Reife gestützt durch eine solide permanente Weiterbildung beredte Zeichen eures Einsatzes sind, wobei ihr das Risiko zu meiden sucht, ungewollt einer bloßen emotionellen Erfahrung des Göttlichen auf den Leim zu gehen".

Dieses Risiko kann man schätzen in einer "übertriebenen Suche nach dem Außerordentlichen" und einem intimistischen Rückzug, welche dem apostolischen Einsatz aus dem Weg zu gehen sucht".

Zum Schluss segnete der Papst die drei von der Charismatischen Bewegung begonnenen Projekte in Italien.

Erstens: Die Unterstützung der Reintegrierung der Kirche in Moldawien in Zusammenarbeit mit der Stiftung "Regina Pacis" der italienischen Erzdiözese Lecce. Diese Institution hat unter anderem Hunderte von jungen moldawischen Frauen aus der Sklaverei der Prostitution befreit.

Zweitens: die geistige Animierung von Marienwallfahrtsorten seitens einiger Charismatiker, für die sich auch der Papst ausgesprochen hat, da sie vom Geist privilegierte Orte seien, "was euch die Gelegenheit bietet, den Pilgern Wege zur Glaubensvertiefung und spiritueller Reflexion zu bieten".

Schließlich ermutigte der Papst zu dem Projekt "Brennender Dornbusch", eine Einladung zur Ewigen Anbetung Tags und Nachts. Es geht darum, die Christen zum "Abendmahlssaal zurückzuführen, um so die volle Einheit und Umkehr der Sünder zu erlangen.