Johannes Paul II. skizziert die wesentlichen Punkte im Kampf gegen die Armut

Grußbotschaft anlässlich der Akkreditierung des neuen Botschafters aus Panama

| 514 klicks

ROM, 18. März 2005 (ZENIT.org).- Um den vielen armen Menschen in der Welt auf wirksame Weise helfen zu können, muss man die großen sozialen Unterschiede ausgleichen, das Bildungssystem verbessern und die Familie, die Position der Frau und den Respekt vor dem menschlichen Leben fördern. Diesen Rat hat Johannes Paul II. am Donnerstag der Regierung von Panama gegeben, als Kardinal-Staatssekretär Angelo Sodano im Namen des Papstes den neuen Botschafter von Panama beim Heiligen Stuhl, Lawrence Chewning Fábrega, im Vatikan empfing.



In der am Donnerstag vom Heiligen Stuhl veröffentlichten Grußbotschaft, die Kardinal Sodano dem neuen panamesischen Vertreter Chewning Fábrega überbracht hat, analysiert der Heilige Vater die globalisierte Welt von heute und zieht dabei den Schluss, dass man nicht auf das Prinzip der Solidarität vergessen dürfe.

Die Regierung von Panama ermutigt der Papst in ihren Kampf gegen die Armut, denn immer noch sei von ihren Folgen "ein großer Teil der Bevölkerung" des mittelamerikanischen Landes, das zwischen Costa Rica und Kolumbien gelegen ist, betroffen. In seinem Schreiben ruft er dazu auf, "bessere Bedingungen zur Schaffung von Arbeitsplätzen und zur Bekämpfung der Geisel der Korruption zu etablieren". Panama – eine Nation mit rund drei Millionen Staatsbürgern, von denen 85% Katholiken sind – müsse vor allem in Projekte zur Ausrottung der Armut investieren, betonte der Papst. Konkret bedeute das, "den enormen Wohlstandsunterschied auszugleichen, die verschiedenen Generationen im Respekt vor der Würde jeder ethnischen Gruppe zu erziehen und das Bildungssystem zu verbessern".

Die Arbeit der panamesischen Legislative sollte besser, die Häftlinge "auf menschlichere und gerechtere" Weise behandelt werden, damit ihre Reintegration in die Gesellschaft gelingen könne. Überhaupt gehe es darum, "die nötigen Voraussetzungen zu schaffen, um den Menschen in Panama eine ganzheitliche Entwicklung zu ermöglichen".

Wichtig seien alle Bemühungen, die darauf abzielen, "bessere Bedingungen für die Familie zu schaffen, damit sich diese wirklich entfalten kann". Die Rolle der Frau sei "in den verschiedenen Bereichen der Gesellschaft" zu stärken.

"Die Kirche hat und wird weiterhin zum authentischen Fortschritt des Volkes beitragen, indem sie die Frohe Botschaft verkündet, die Sinn und Hoffnung gibt, indem sie das Miteinander und das verantwortungsbewusste Engagement der Bürger fördert und die Würde des Menschen verteidigt. Die Kirche hat im Laufe der Jahrhunderte selbst als kultureller Generator in Panama gewirkt und möchte das weiterhin, gerade angesichts einer Kultur, die den Respekt vor dem Leben verneint und gegenüber so vielen leidenden Personen indifferent bleibt."