Johannes Paul II. über die Heilige Messe und den würdigen Kommunionsempfang

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ROM, 15. März 2005 (ZENIT.org).- Für jene jungen Priester, die zum Thema Beichte und Gewissensfragen einen Kurs der Apostolischen Pönitentiarie besucht haben, verfasste Papst Johannes Paul II. am 8. März in der Gemelli-Klinik ein Schreiben, in dem er unter anderem daran erinnert, dass jemand, der eine schwere Sünde begangen hat, nicht die heilige Kommunion empfangen darf, ohne vorher zu beichten.



In seinem Brief, der am Samstag von der Pressestelle des heiligen Stuhls veröffentlicht wurde, setzt sich der Heilige Vater mit der Beziehung zwischen Eucharistie und Bußsakrament auseinander.

"Wir leben in einer Gesellschaft, in der es oft den Anschein hat, dass der Sinn für Gott und das Bewusstsein für die Sünde abhanden gekommen ist", schreibt der Papst. "Unter solchen Umständen ist die Einladung Christi, sich zu bekehren, umso notwendiger. Die Bekehrung schließt das bewusste Bekennen der eigenen Sünden und die damit verbundene Bitte um Vergebung und Erlösung mit ein.

In der Ausübung seines Amtes weiß der Priester, dass er 'in der Person Christi und unter der Einwirkung des Heiligen Geistes' handelt. Deshalb muss er seine Empfindungen [die Empfindungen Christi] in sich selbst hegen, indem er in sich jene Liebe wachsen lässt, die Jesus als Lehrer und Hirte, als Arzt von Seele und Leib, als geistlicher Wegweiser und als gerechter und barmherziger Richter gehabt hat."

Der Heilige Vater zeigt anschließend, dass die sakramentale Versöhnung immer in tiefer Beziehung mit dem "Gastmahl des eucharistischen Opfers, dem Gedächtnis unserer Erlösung", gestanden ist: "Bereits in den ersten christlichen Gemeinden betrachtete man es als notwendig, sich selbst mit einer würdigen Lebensführung auf die Feier des Brechens des eucharistischen Brotes vorzubereiten. Sie ist 'Kommunion' mit dem Leib und dem Blut des Herrn und 'Kommunion' ('koinonia') mit den Gläubigen, die einen Leib bilden, weil sie mit demselben Leib Christi gespeist werden."

Aus diesem Grund müsse die Warnung des heiligen Paulus an die Korinther auch heute ernst genommen werden: "Wer also unwürdig von dem Brot isst und aus dem Kelch des Herrn trinkt, macht sich schuldig am Leib und am Blut des Herrn" (1 Kor 11,27).

"Im Ritus der Heiligen Messe", schreibt der Heilige Vater, "gibt es viele Elemente, die diese Erfordernis zu Reinigung und Umkehr betonen: vom Bußakt über die Kyrie-Rufe bis hin zum Friedensgruß und jenen Gebeten, die die Priester und die Gläubigen vor dem Kommunionsempfang sprechen."

Abschließend ruft Johannes Paul II. eine Lehre des Konzils von Trient in Erinnerung: "Nur derjenige, der sich wirklich bewusst ist, dass er keine Todsünde begangen hat, darf den Leib Christi empfangen. Und das ist auch heute noch die Lehre der Kirche", ergänzt der Papst.

Der Unterschied zwischen lässlicher und schwerer Sünde wird im Katechismus der Katholischen Kirche, Abschnitt 1854-1864 , genau erklärt.