Johannes von Capestrano (Johannes Kapistran)

Apostel Europas

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ROM, 23. Oktober 2012 (ZENIT.org). - In der Bildenden Kunst wird Johannes von Capestrano im Franziskanerhabit mit Kreuzfahne und Kruzifix und teilweise auch mit einem besiegten Türken zu seinen Füßen dargestellt. Die ihm beigegebenen Attribute verweisen auf die unermüdliche Tätigkeit des Heiligen als Wanderprediger, Inquisitor, Visitator und gemeinsam mit Bernhardin von Siena als Verbreiter des Namen-Jesu-Kultes.

Johannes von Capestrano wurde am 24. Juni 1386 in Capestrano in den Abruzzen als Sohn einer adeligen Familie geboren. Nach dem Jurastudium in Perugia ergriff er zunächst die jurustische Laufbahn. 1413 war Johannes Ratgeber der Podestà von Perugia. Zwei Jahre später wurde der Heilige im Zuge der Kriegswirren verhaftet und während seines Gefängnisaufenthaltes bekehrt.

Schon kurze Zeit später, nämlich 1416 trat Johannes in den Konvent der Franziskanerobservanten in Perugia ein. Hier lernte er Bernhardin von Siena kennen, mit dem ihn eine tiefe Freundschaft und lange Zusammenarbeit verband.

Johannes von Capestrano widmete sich intensiv der Tätigkeit als Prediger und scharte stets eine große Zahl Zuhörer um sich. Seine Sorge galt den Armen und Kranken. Mit Bernhardin von Siena ging er auf Missionsreisen und setzte sich für das Papsttum ein. Johannes' missionarischer Einsatz führte ihn bis nach Deutschland, Österreich, Böhmen, Polen und in die Niederlande, weshalb er auch den Namen der „Apostel Europas“ trägt.

Sein Kampf war gegen die drohende Gefahr durch die Türken gerichtet, er organisierte christliche Truppen und war außerdem als Kreuzzugsprediger tätig. Seiner Predigt heißt es, sei der Gewinn der Schlacht von Beograd im Jahr 1456 und damit die Rettung des Abendlandes vor der drohenden türkischen Gefahr zu verdanken.

Johannes von Capestrano hinterließ umfangreiche schriftliche Dokumente wie Briefe, theologische Schriften und Predigttexte. Er starb am 23. Oktober 1456 in Ilok (Kroatien, früher Ungarn).

Seine Seligsprechung erfolgte 1622, seine Heiligsprechung hingegen 1690 durch Papst Alexander VIII. Die entsprechende Urkunde wurde 1724 von Papst Benedikt XIII. ausgestellt. [bd]