Johanniter- und Malteserorden feiern 900 Jahre Selbständigkeit

Am 7. September wurde in Anwesenheit von Bundespräsident Joachim Gauck ein ökumenischer Gottesdienst im Berliner Dom gehalten

Köln, (Malteser in Deutschland) | 370 klicks

Anlässlich der 900-Jahr-Feier der Bulle „Piae postulatio voluntatis" von Papst Paschalis II. haben am 7.9. 2013 Johanniter- und Malteserorden in Anwesenheit von Bundespräsident Joachim Gauck einen feierlichen ökumenischen Gottesdienst im Berliner Dom gefeiert. Der Gottesdienst wurde geleitet von Landesbischof Markus Dröge, Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, und Rainer Maria Kardinal Woelki, Erzbischof von Berlin, der die Predigt hielt.

Mit ihren Werken gehören Johanniterorden und Malteserorden zu den großen Wohlfahrts- und Hilfsorganisationen in Deutschland. Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. und Malteser Hilfsdienst e.V. - gegründet vor sechs Jahrzehnten in Hannover (1952, JUH) und Münster (1953, MHD) – stehen für soziales Engagement in christlicher Tradition. Unter dem achtspitzigen Kreuz auf rotem Grund finden sich heute ambulante soziale Dienste, stationäre Altenpflegeeinrichtungen, Krankenhäuser, Schulen oder auch Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen.

Mit 2.540.000 Mitgliedern und Förderern treten die Ordenswerke für die Bedürftigen in Deutsch-land an mehr als 1.200 Standorten ein. Die Arbeit ist geprägt durch das Ehrenamt: Rund 90.000 Menschen sind für Menschen in Not ehrenamtlich aktiv –  beispielsweise in Besuchs- und Beglei-tungsdiensten, in Sanitätsdiensten oder in der Hospiz- und Trauerarbeit – unterstützt durch 51.340 hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Besonders durch ihre Fahrzeuge sind die Hilfsor-ganisationen präsent: Alle fünf Sekunden fährt ein Rettungsfahrzeug oder ein Krankentransport-wagen in den Einsatz. Mehr als 50 Millionen Euro setzten Johanniter- und Malteserorden in 2012 weltweit für notleidende Menschen in Kriegs- und Krisengebieten für Soforthilfe, Projekte und Wiederaufbau ein.

Hintergrund zur Entstehung der Orden

Nach den Quellen gründeten Kaufleute aus Amalfi zwischen 1048 und 1071 in Jerusalem ein Jo-hannes dem Täufer geweihtes Hospital für arme und kranke Pilger, das eine Laienbruderschaft leitete und der sich christliche Ritter nach ihrem Einzug in Jerusalem 1099 anschlossen.

Mit der Urkunde aus dem Jahr 1113 erteilte Papst Paschalis II. Privilegien wie die Befreiung von der Zehntpflicht und unterstellte die ersten europäischen Niederlassungen dem Leiter des Jerusalemer Hospitals, dem als Gründer des Ordens verehrten und später selig gesprochenen Bruder Gerhard. Die Befreiung von Abgaben in Italien und Südfrankreich gegenüber den jeweiligen Bistümern war der Grundpfeiler für die bis heute andauernde kirchliche Sonderstellung der Hospitalritter.

Ab etwa Mitte des 12. Jahrhunderts kann man von einem eigenen Orden vom Hospital des Hl. Johannes von Jerusalem sprechen, der dann, wie alle Ordensgemeinschaften, direkt dem Papst un-terstellt war.

Die Balley Brandenburg, Teil des Gesamtordens, erhielt im Jahre 1382 mit dem Vertrag von Heim-bach eine Sonderstellung im Orden. Aus der Balley entwickelte sich der evangelische Johanniteror-den, während der verbleibende Orden heute als katholischer Malteserorden bekannt ist. Der Malteserorden ist der erste zentralistisch aufgebaute Orden in der katholischen Kirche.

(Quelle: Malteser in Deutschland)