"Joie de vivre: was bedeutet das wirklich?"

Unter diesem Thema fand vom 23. bis 25. März in Tirana (Albanien) eine Tagung für Universitätspastoral des CCEE statt

Sankt Gallen, (CCEE) | 234 klicks

Vom 23. bis 25. März fand in Tirana (Albanien) die von der Kommission „Katechese, Schule und Universität – Sektion Universität“ des CCEE veranstaltete Tagung der Delegierten für die Universitätspastoral in Europa unter dem Thema: „Joie de vivre: was bedeutet das wirklich?“ statt.

In der Universitätspastoral engagierte Priester und Laien aus vielen europäischen Städten folgten den Berichten von Fr. Prof. Kaja Kaźmierska, Dozentin für Soziologie an der Universität von Lodz (Polen), und Don José Clavería, derzeit Pfarrer in England mit einer langjährigen Erfahrung in der  Universitätspastoral in Wien und Spanien.

Frau Prof. Kaźmierska hat einige Merkmale der heutigen Jugend aufgezeigt (Titel ihres Berichtes war „Die öffentliche Meinung erforschen”) und dabei geschildert „was im Leben der Studierenden heute geschieht“. „Die allgemeine Charakteristik der europäischen und weltweiten Jugend“, sagte Prof. Kaźmierska, „ist die, der ersten Generation anzugehören, die keine Welt ohne Handy, ohne virtuelle Wirklichkeit kennt, wobei vor allem Internet einer der Hauptquellen geworden ist - wenn nicht die Hauptquelle - für  Information, Kommunikation, Ausdruck von Emotionen undlast but not least, von gesellschaftlichen Kontakten. Der leichte Zugang zu Informationen hat die generationenübergreifenden Beziehungen auf den Kopf gestellt: nicht mehr die Alten lehren den jungen Menschen, sondern oft geschieht das Gegenteil; das Wissen erwächst ist nicht mehr aus einer gelebten Erfahrung, sondern wird zur reinen Information, die online verfügbar ist. In diesem neuen kulturellen Kontext hat sich auch die persönliche Identität der Jugendlichen geändert. Es scheint, als hätten sie keine sicheren Bezugspunkte mehr und diese Tatsache macht ihre Identität „flüssig“. Anhand von einigen Statistiken hat die Dozentin aus Lodz aufgezeigt, wie manche wichtigen Lebensentscheidungen (Heiraten, Kinder haben …) sehr häufig auf ein höheres Erwachsenenalter hinausgeschoben werden, und dass es genau dieser zeitliche Aufschub solcher Verpflichtungen sei, der die Treue zu ihnen schwächt.

Don José Clavería hat sich mit dem Thema auseinandergesetzt: „Den Boden bearbeiten: wie das Evangelium in der Erfahrung der Studierenden bedeutend werden kann. Auf welche Weise wird der Boden offen für das Wort? Und auf welche Weise lehnt er es ab?“

Wenn der Boden im Leben der Jugendlichen unstabil und manchmal öde ist,  soll man genau dort hinein das Wort säen. Wie kann er aufbereitet werden? Der erste Schritt ist die Aussaat: um das Evangelium zu verkünden, muss man nicht warten bis der Boden bereit ist; das Evangelium hat in sich eine Kraft der „Urbarmachung“ des Bodens, dort wo es Fuß fassen soll. Nur danach sollen die weiteren Schritte getan werden. Man soll also die Neugier der Jugendlichen anregen, in ihnen eine möglichst große Offenheit fördern und ihnen zu verstehen helfen, dass eine freie Hinwendung zu Gott ihre Freiheit wachsen lässt.  Man soll mit ihnen die Kirche suchen, in dem man den Akzent auf die Tatsache setzt, dass man die Kirche auf Grund des Wortes Jesu akzeptiert und nicht, dass man Jesus nachfolgt aufgrund von Worten der Kirche. Dann führt man sie in die Nachfolge ein.

Die Vertreter der verschiedenen Länder haben sich zu den beiden Hauptvorträgen mit Kommentaren und Ergänzungen geäußert und von ihren persönlichen Erfahrungen mit jungen Hochschulstudenten aus ihren Regionen erzählt. Don Michel Remery, Vize-Generalsekretär des CCEE, hat von seinen eigenen seelsorgerlichen Erfahrungen in den Niederlanden berichtet, die in dem Buch „Tweeting with God“ gesammelt sind. Darin wurden die guten Ergebnisse der Verwendung von Twitter sichtbar, als Mittel in kurz gefasster Weise einige Informationen über den katholischen Glauben zu vermitteln.

Während des dreitägigen Treffens fehlte der Kontakt mit der Ortskirche nicht.  Mgr. George Frendo, Weihbischof von Tirana, hat einen Willkommensgruß an die Anwesenden gerichtet; der Vorsitzende der Albanischen Bischofskonferenz, Mgr. Angelo Massafra, Erzbischof von Shkodra, nahm an der ersten Versammlung teil und führte den Vorsitz bei der Eucharistiefeier in der Herz-Jesu-Kirche von Tirana. In der vierten Sitzung hat der Erzbischof von Tirana, Mgr. Rrok Mirdita, das Wort ergriffen. Vertreter der albanischen  Universitätspastoral haben aus der Erfahrung der Evangeliums-Verkündigung in der albanischen, post-atheistischen Gesellschaft berichtet und dabei die Bedeutung des Gedenkens an das Martyrium der Christen unter dem kommunistischen Regime ins Licht gerückt.

Der Vorsitzende des CCEE für „Katechese, Schule und Universität“, S.E. Mgr. Marek Jedraszewski, hatte die Tagung mit der Feier der Heiligen Messe  in der Maria-Hilf-Kirche in Tirana eröffnet und alle Arbeiten koordiniert. Diese wurden mit einer Eucharistiefeier in der Kathedrale St. Paulus, Tirana, abgeschlossen; die anwesenden Gläubigen haben dabei die Marienstatue von Fatima am Ende ihrer Pilgerschaft durch verschiedene Pfarreien des Landes gegrüßt.