Jordanien: Schweigemarsch für die Freilassung der in Syrien entführten orthodoxen Bischöfe

Stellungnahme von Bischöfen und Kirchenvertretern des Haschemitischen Königreichs

Rom, (ZENIT.org) | 460 klicks

Gestern, am Montag, den 21. Mai 2013, nach mehr als einem Monat nach der Entführung Seiner Exzellenz dem syrischen orthodoxen Erzbischof von Aleppo Yohanna Ibrahim und S.E. dem griechisch-orthodoxen Erzbischof von Aleppo Paul Yaziji und weiterer Priester in Syrien, riefen Bischöfe und Kirchenvertreter im Königreich Hashemite in Jordanien zu einem Schweigemarsch mit Kerzen auf, um die Entführung zu verurteilen, vor allem die Tatsache, dass sie während der Ostertage in Übereinstimmung mit dem Osterkalender am 5. Mai 2013 stattfand. [ZENIT berichtete]

Die Kirchenoberhäupter in Jordanien glauben, dass die inakzeptable Entführung der Exzellenzen die Zweifel nicht nur an der Unversehrtheit ihrer Leben - die heilig sind wie die Heiligkeit des Schöpfers - sondern auch die der Moral des syrischen Volkes steigern wird, vor allem in den Gemeinden der beiden Bischöfe, die auf dem Weg des Glaubens und rechtschaffenen Bürgers zurückgelassen worden sind. 

Die Bischöfe Yaziji und Yohanna Ibrahim sind wegen ihres umfassenden Wissens, ihrer in Ehren gehaltenen Bürgerschaft und ihrer moderaten spirituellen Führung bekannt. Sie haben mehrere Bücher herausgegeben, in denen Gläubige und Intellektuelle spirituellen und intellektuellen Reichtum finden. Deshalb hat die Entführung zwei der bedeutendsten arabisch christlichen Persönlichkeiten unserer Zeit Betroffenheit ausgelöst. 

Die Bischöfe und Kirchenvertreter Jordaniens hoffen, dass der Schweigemarsch mit Kerzen, Gebeten und Aufrufen die Herzen der Entführer erweichen wird und die geschätzten Bischöfe sofort zurückbringen möge. Während des Schweigemarschs verleihen die Bischöfe und Kirchenvertreter Jordaniens ihrer Solidarität mit den griechisch-orthodoxen Patriarchen von Antiochien und dem Osten Ausdruck, vertreten durch Seine Seligkeit Patriarch Youhanna Yaziji, Patriarch von Antiochien und dem gesamten Osten, sowie mit der syrisch orthodoxen Kirche, vertreten durch Seine Heiligkeit Mar Ignatius Zakka Ilwas, und rufen zum Gebet für die beiden Schwesterkirchen und alle Kirchen der Welt auf, deren Führungen niemals damit aufhören, an alle Menschen guten Gewissens und guten Willens in Zusammenarbeit mit allen Beamten, Ordensleuten und zivilen Autoritäten für die Freilassung der geschätzten Bischöfe zu appellieren. 

Im Bewusstsein der Sensibilität des Momentes und der Situation in der arabischen Region beten die Bischöfe und Vertreter der Kirchen Jordaniens zu Gott, dem Allmächtigen, auf dass er Ruhe und Stabilität in das gepriesene Syrien zurückbringe. In diesem besonderen Augenblick erbitten sie auch den Respekt der Heiligen Orte in Palästina, besonders im Osten Jerusalems. Ebenso hegen sie die Hoffnung, dass die brüderliche Solidarität und nationale Einheit unter den Anhängern des Islams und des Christentums in unserem geliebten Jordanien und der weiteren Länder des Mittleren Ostens in diesen Tagen gefördert werden. 

Die Oberhäupter und Vertreter der Kirchen bekräftigen ihren Aufruf für die Freilassung der beiden Bischöfe und deren unversehrte Rückkehr in ihre Kirchen und Gesellschaften und beten zu Gott, dem Allmächtigen um die Segnung des Haschemitischen Königreichs Jordanien und die Bewahrung der Sicherheit, Stabilität und geschätzten nationalen Einheit unter der Führung Seiner Majestät König Abdullah II Ibn Al Hussein. 

Gemeinsam mit Seiner Majestät bekräftigen die Oberhäupter und Vertreter der Kirchen die herausragende Rolle der arabischen Christen neben ihren muslimischen Brüdern: „Die arabischen Christen sind ein integraler Bestandteil der arabisch-islamischen Zivilisation. Um die Förderung der christlichen Präsenz fortzusetzen, und deren Zuwanderung vor allem aus Palästina und einigen von Instabilität betroffenen arabischen Ländern einzudämmen zu können, müssen wir uns alle engagieren“ (11.3.2012). 

Möge Gott die Sicherheit Jordaniens wahren und Ruhe und Frieden im geliebten Syrien und allen Ländern des Ostens und der Welt wiederherstellen. 

Die Bischöfe und Kirchenvertreter des Haschemitischen Königreiches Jordanien 

Amman, am 21. Mai 2013