José de Anchieta (1534-1597) - Apostel von Brasilien

Ordensmann, Priester, Missionar in Brasilien

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 250 klicks

„Zusammen mit Nóbrega ist er der erste Jesuit, den Ignatius nach Amerika sendet. Ein junger Mann von 19 Jahren… Die Freude, die er hatte, war sehr groß. Die Freude war so groß, dass er eine Nation begründet hat: er legte die kulturellen Grundlagen einer Nation, in Jesus Christus“, so Papst Franziskus über José de Anchieta während seiner Predigt am 24. April 2014.

Der heilige José de Anchieta wurde am 19. März 1534 in San Cristóbal auf der Insel Teneriffa geboren. 1551 trat er dem Jesuitenorden bei. 1553 wurde er als Missionar nach Brasilien gesandt, wo er gemeinsam mit Manuel da Nóbrega die Missionsstation Piratininga aufbaute. Die Mission ist der Grundstein des heutigen São Paolo. José de Anchieta widmete sich in besonderer Weise sprachwissenschaftlichen Studien, u.a. der Tupí-Sprache, die von den an der Küste lebenden Indios gesprochen wurde. Außerdem war er selbst schriftstellerisch tätig. Er verfaßte auch religiöse Gedichte. 1560/1566 empfing er die Priesterweihe und leitete in der Folgezeit mehr als 40 Missionsstationen. Er stand als Rektor dem Jesuitenkolleg in São Vicente und in Rio de Janeiro vor. Von 1577 bis 1588 war er Ordensoberer der Jesuiten in Brasilien. Er starb am 9. Juni 1597 in Anchieta bei São Paulo. José de Anchieta wurde 1980 von Papst Johannes Paul II. seliggesprochen. Papst Franziskus sprach ihn am 2. April 2014 heilig: „Er hatte nicht Theologie studiert, er hatte nicht Philosophie studiert, er war ein Junge! Aber er hatte den Blick Jesu Christi gespürt, und er ließ sich von Freude erfüllen, und er wählte das Licht. Das war und ist seine Heiligkeit. Er hat keine Angst vor der Freude gehabt. Beim heiligen José de Anchieta gibt es einen sehr schönen Hymnus an die Jungfrau Maria. Inspiriert vom Lied bei Jesaja 52 vergleicht er sie mit dem Boten, der Frieden ankündigt, der die Freude der frohen Botschaft verkündet. Sie – die in der Morgendämmerung des ersten Tags der Woche, schlaflos durch die Hoffnung, keine Angst hatte vor der Freude – möge uns auf unserem Pilgerweg begleiten, da sie alle einlädt, aufzustehen, die Lähmung hinter uns zu lassen, um gemeinsam in den Frieden und die Freude einzutreten, die Jesus, der auferstandene Herr, uns verheißt.“