Josef von Copertino (1603-1663)

Heiliger und Mystiker

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 346 klicks

Josef Desa wurde am 17. Juni 1603 in Copertino (Apulien) in einem Stall geboren, da seine Eltern in großer finanzieller Not lebten. Josef verlebte eine schwere Kindheit, da er mehrfach erkrankte, unter sehr ärmlichen Verhältnissen aufwuchs und nicht den rechten Platz im Leben fand. Schon früh verspürte der Heilige den Wunsch, seinen Leben Gott zu weihen und in einen Orden einzutreten. Doch die Kapuziner lehnten sein Gesuch mehrfach ab, bis er endlich 1626 aufgenommen wurde. Im Kloster lernte er Schreiben und Lesen; seine Schulausbildung hatte er nämlich wegen seiner Erkrankungen vorzeitig beenden müssen. Der Legende nach soll Josef sich zum Studium auf die Baumwipfel zurückgezogen haben, wo er Zwiegespräche mit den Vögeln führte. 1628 wurde er zum Priester geweiht; er war anschließend in seiner Heimatstadt Copertino tätig.   

Ekstasen und Levitationen erfuhr Josef seit dem Jahr 1630. In diesem Jahr wurde er während der Feier zu Ehren des heiligen Franziskus bis auf die Höhe der Kanzel emporgehoben. Es heißt, der Heilige sei teilweise bis 60 Meter emporgehoben worden. Der Ruf der Wunder verbreitete sich schnell, und die Menschen begannen, Josef aufzusuchen, um ihn um Rat und Trost zu bitten. Der Inquisition blieben die Vorfälle nicht verborgen, und sie leitete ein Verfahren ein, das mit dem Freispruch Josefs im Jahr 1639 endete. Dennoch musste Josef fortan in Assisi leben. Da sich aber zeigte, dass der Heilige dort großen Einfluss auf seine Mitbrüder hatte, wurde er erneut versetzt. Zunächst lebte er im Kapuzinerkloster in Pietrarubbia, dann in Fossombrone, bis er am Ende seine Lebens, im Jahr 1657, im Franziskanerkloster in Osimo Aufnahme fand, wo er auch am 18. September 1663 verstarb und seine letzte Ruhestätte fand.

Seine Seligsprechung erfolgte 1753, und nur wenige Jahre später, im Jahr 1767, wurde Josef von Copertino heiliggesprochen.