Josephine Bakhita (1869-1947)

Eine Heilige aus dem Sudan

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 317 klicks

„In der heiligen Josephine Bakhita erblicken wir ‚eine lichtreiche Anwältin einer wahrhaftigen Emanzipation‘. Die Geschichte ihres Lebens legt uns nahe, die Dinge nicht tatenlos hinzunehmen, sondern mit Entschiedenheit tätig zu werden, um Mädchen und Frauen von Unterdrückung und Gewalt zu befreien und ihnen ihre Würde durch die freie Ausübung ihrer Rechte zurückzugeben“, wie der selige Johannes Paul II. während der Heiligsprechung am 1. Oktober 2000 auf dem Petersplatz ausführte.

Josephine Bakhita FdCC wurde um 1869 in Dafur im Sudan geboren. Im zarten Alter von nur neun Jahren wurde Josephine verschleppt und anschließend fünfmal als Sklavin verkauft. Während ihres Sklavendienstes musste sie schlimmste Torturen und Grausamkeiten ertragen, die 144 Narben auf ihrem Körper zurückließen. Schließlich wurde sie an einen italienischen Konsul verkauft.

Callisto Legnani nahm Josephina mit nach Italien, wo sie dann in das Haus eines italienischen Freundes des Konsuls in Norditalien gelangte.

In Venedig hatte Josephina die Canossa-Schwestern  kennengelernt und war zum katholischen Glauben konvertiert. Als sie nach Afrika zurückkehren sollte, weigerte sie sich: Sie hatte Gott kennengelernt, und „sie war nicht bereit, sich von ihrem ‚Patron‘ noch einmal trennen zu lassen“ (Spes Salvi, 3-4). 

Am 9. Januar 1890 erhielt Josephine das Sakrament der Taufe, Erstkommunion und Firmung aus der Hand des Patriarchen von Venedig. Drei Jahre später, am 7. Dezember 1893, trat sie den Canossa-Schwestern bei und legte am 8. Dezember 1895 das Gelübde ab. Bei den Schwestern verrichtete sie Arbeiten in der Sakristei und an der Klosterpforte.

Bis zu ihrem Tod, am 8. Februar 1947, blieb sie in einem Haus der Schwestern in Schio bei Vincenza. Das Seligsprechungsverfahren wurde 1959 eröffnet; ihre Seligsprechung erfolgte am 17. Mai 1992, ihre Heiligsprechung am 1. Oktober 2000 durch den seligen Johannes Paul II..