Jozef Mazurek (1891-1944)

Ordensmann, Märtyrer und Seliger

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 341 klicks

Jozef Mazurek wurde am 1. März 1891 in Baranówka im Osten Polens geboren. Er trat dem Orden der Unbeschuhten Karmeliten bei und nahm 1908 den Namen Alfons Maria vom Heiligen Geiste an. Er studierte in Wadowice, das zwischen Krakau und Bielsko liegt, und in Wien Philosophie und Theologie. Am 16. Juli 1916 wurde er zum Priester geweiht. Er war bis 1930 als Präfekt und Lehrer am Seminar in Wadowice tätig. 1930 wurde er zum Prior des Konvents der Karmeliten in Czerna im Südwesten Polens gewählt.

Der Zweite Weltkrieg brachte für den in einem Wald abgelegenen Konvent große Veränderungen mit sich. Die Nationalsozialisten waren den Unbeschuhten Karmeliten feindlich gesinnt. Am 24. August 1944 erschossen sie einen ihrer Mitbrüder, den Novizen Bruder Franziskus Powiertowski, während eines Spaziergangs. Vier Tage später, am 28. August, überfielen die Nazis den Konvent und zwangen die Ordensleute, sich nach Rudawa, ein zehn Kilometer entfernt liegendes Dorf, zu begeben. Die Geistlichen mussten dort Gräben ausheben. Pater Alfons wurde von der Gruppe getrennt, schwer misshandelt und schließlich erschossen.

Pater Alfons zählt zu den 108 polnischen Märtyrern, die am 13. Juni 1999 vom heiligen Johannes Paul II. seliggesprochen wurden. Zu den Märtyrern gehörten 3 Bischöfe, 51 Priester, 26 Ordenspriester, acht Brüder, drei Seminaristen, acht Schwestern und neun Laien.

„Gerade heute feiern wir den Sieg derer, die in unserem Jahrhundert für Christus das Leben, das irdische Leben, gegeben haben, um es in Ewigkeit in seiner Herrlichkeit zu besitzen. Es ist ein besonderer Sieg, denn er wird geteilt von Vertretern des Klerus und der Laien, jungen und alten Leuten, Menschen unterschiedlicher Schichten und Stände. … Da sind Diözesan- und Ordenspriester, die starben, weil sie ihren Dienst nicht aufgeben wollten, und die, welche im Dienst an ihren typhuskranken Mitgefangenen starben; da sind wegen Verteidigung von Juden zu Tode Gefolterte. In der Gruppe der Seligen gibt es Ordensbrüder und Schwestern, die im Dienst der Liebe und dem Aufopfern ihrer Qualen für den Nächsten ausgeharrt haben. Unter diesen seligen Märtyrern sind auch Laien. ... Diese seligen Märtyrer werden heute in die Geschichte der Heiligkeit des Volkes Gottes geschrieben, das seit mehr als tausend Jahren auf polnischer Erde pilgert.

Wenn wir uns heute über die Seligsprechung der 108 Märtyrer, Kleriker und Laien, freuen, tun wir es vor allem, weil sie das Zeugnis des Sieges Christi sind, die Gabe, welche die Hoffnung wiederherstellt.“