Juden und Christen, Verteidiger des Lebens, der Familie und der Religionsfreiheit

Benedikt XVI. begegnet den beiden Oberrabbinern Israels

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JERUSALEM, 12. Mai 2009 (ZENIT.org).- Nach seinem Besuch an der „Klagemauer“ begegnete Papst Benedikt XVI. heute, Dienstag, im „Hechal Shlomo-Centre“ den beiden Großrabbinern Israels, Shlomo Amar und Yona Metzger. In seiner Ansprache machte der Papst auf die Fortschritte im Dialog zwischen dem Heiligen Stuhl und dem Oberrabbinat aufmerksam.



„Juden und Christen sind gleichermaßen daran interessiert, die Achtung für die Heiligkeit des Lebens sicherzustellen“, so der Heilige Vater. Zu diesem Interesse gehörten die zentrale Stellung der Familie, eine gute Ausbildung der Jugend sowie Religions- und Gewissensfreiheit für eine gesunde Gesellschaft. „Diese Themen des Dialogs stellen nur eine Anfangsphase dessen dar, was, so hoffen wir, ein solider, beständiger Weg hin zu einem besseren gegenseitigen Verständnis sein wird.“

Der Papst bekundete seine Achtung für die jüdischen Gemeinschaften und bekundete den Wunsch, das gegenseitige Verständnis und die Zusammenarbeit zwischen dem Heiligen Stuhl, dem Oberrabbinat von Israel und dem jüdischen Volk weltweit zu vertiefen.

Die Gespräche zwischen Christen und Juden hätten den Weg für eine wirksamere Zusammenarbeit im öffentlichen Leben geebnet. Ein Potential der bilateralen Treffen könne in der gemeinsamen Sorge angesichts des moralischen Relativismus und der aus ihm hervorgehenden Verletzungen der Würde der menschlichen Person gesehen werden.

„Wenn wir die dringendsten ethischen Fragen unserer Tage angehen, finden sich unsere beiden Gemeinschaften vor der Herausforderung, die Menschen guten Willens auf der Ebene der Vernunft mit einzubeziehen und ihnen gleichzeitig die religiösen Fundamente zu zeigen, welche die unveränderlichen moralischen Werte am besten stützen.“

Der Papst betonte in seiner Ansprache auch die Bedeutung des gegenseitigen Vertrauens. Diesbezüglich beteuerte er erneut, „dass die katholische Kirche unwiderruflich auf dem Weg einer echten und dauerhaften Versöhnung zwischen Christen und Juden unterwegs ist, einem Weg, den das Zweite Vatikanische Konzil einschlug.“

Abschließend dankte Benedikt XVI. für die erhaltene Zusicherung, dass sich die Freundschaft zwischen der katholischen Kirche und dem Oberrabbinat in Zukunft im Respekt und im Verständnis weiterentwickeln werde.